Neue Strategie

Deutsche Bahn: Wer zwei Bedingungen erfüllt, wird künftig nicht mehr kontrolliert

Die Deutsche Bahn will künftig nicht mehr bei jedem Fahrgast die Fahrscheine kontrollieren - sondern sich stattdessen mehr um „individuelle Wünsche“ kümmern.

Die Bahn will künftig nicht mehr bei jedem Fahrgast die Fahrscheine kontrollieren. Wer eine Platzreservierung hat und sich selbst über das Smartphone eingecheckt hat, soll ab Mai nicht mehr kontrolliert werden, wie Bahnchef Richard Lutz der "Bild am Sonntag" sagte. Der Zugbegleiter wisse dann künftig, dass auf diesem Platz der eingecheckte Fahrgast sitze. Somit könne sich das Zugpersonal mehr "um die individuellen Wünsche der Fahrgäste kümmern", sagte Lutz.

Mit einem neuen Lagezentrum will die Bahn zudem die Pünktlichkeit verbessern. "Für ein Unternehmen, das viel unter freiem Himmel arbeitet, ist die Zunahme extremer Wetterphänomene eine echte Aufgabe", sagte Lutz. In dem Lagezentrum sollen demnach künftig die Informationen zusammenlaufen, "die wir zur Verbesserung der Pünktlichkeit brauchen". Dadurch solle es bei Unwettern zu weniger Ausfällen kommen.

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Dass die Bahn im vergangenen Jahr das von ihr ausgerufene Ziel, wonach 81 Prozent aller Fernzüge pünktlich ankommen sollten, nicht erreichte, führt Lutz unter anderem auf Stürme und die Sperrung der Rheintalbahn zurück. "Unser Ziel im Fernverkehr liegt für dieses Jahr bei 82 Prozent", sagte der Bahnchef. In den ersten zwei Monaten seien mehr als 81 Prozent der Züge pünktlich gewesen.

Video: Matthias macht mit - Fahrkartenkontrolle

Mehr Gewalt gegen Bahnmitarbeiter

Lutz kritisierte zugleich die zunehmende Zahl von Angriffen auf Bahnmitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Angriffe um sieben Prozent zu. Lutz nannte dies "unerträglich" und kündigte weitere Sicherheitsmaßnahmen an. "Wir haben mehr Sicherheitskräfte eingestellt, diese besser ausgebildet und zeichnen mit Bodycams die Störer auf."

afp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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