Bis 2018

Bahn will  Auslandsaktivitäten verdoppeln

Kopenhagen - Die Deutsche Bahn will ihre Aktivitäten im öffentlichen Nahverkehr im europäischen Ausland bis 2018 verdoppeln. Vor allem der Markt in Osteuropa hat die Konzernspitze ins Auge gefasst.

Das erklärte der Vorstand der 2010 erworbenen britischen DB-Tochter Arriva, David Martin, bei einer Veranstaltung in Kopenhagen. 2011 erzielte Arriva einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Schon jetzt stünden in den Büchern für das kommende Jahr sichere Leistungen im Auftragswert von 2,8 Milliarden.

Arriva ist mit Bus- und Schienenverkehr in zwölf Ländern Europas außer in Deutschland unterwegs. Die Deutsche Bahn (DB) hatte das britische Unternehmen 2010 für rund drei Milliarden Euro erworben und musste anschließend die deutschen Aktivitäten des Konzerns verkaufen. Seitdem betreibt sie unter dem Namen Arriva alle ihre ausländischen Aktivitäten im Nah- und Regionalverkehr sowie einige Fernverkehrslinien in England und Schottland.

„Definierte Wachstumsplattform“

Die DB nennt Arriva ihre „definierte Wachstumsplattform“. Martin zeigte sich zuversichtlich, in England einen milliardenschweren Auftrag zum Betrieb der Great-Western-Eisenbahnstrecken zu erhalten. Auch ein 30-Millionen-Auftrag für Busverkehr in Budapest stehe an.

Stark expandieren wolle Arriva vor allem in Osteuropa, der Türkei und dem Nahen Osten. Während in den arabischen Ländern hauptsächlich die Expertise der erfahrenen Nahverkehrsleute gefragt sei, gehe es in den anderen Ländern um konkrete Projekte. In Portugal stehe die Privatisierung des städtischen Nahverkehrs in Lissabon und Porto bevor, und in Spanien würden Regionalbahn-Verträge ausgeschrieben.

Mit Ausnahme Maltas arbeite Arriva in allen Ländern profitabel, wenn auch nicht mit jedem einzelnen Vertrag, sagte Martin. Das Unternehmen bewerbe sich nicht um Aufträge, bei denen es absehen könne, dass sie keine Rendite abwerfen.

Zuschüsse von der deutschen Mutter gebe es beim Betrieb nicht. „Wir sind das führende Unternehmen im Vergleich mit der europäischen Konkurrenz, was die Profitabilität angeht“, sagte Martin.

dapd

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