+
Paul Achleitner hat trotz der schwierigen Lage des Geldhauses beste Chancen auf eine zweite Amtszeit. Foto: Arne Dedert

Einstimmige Nomionierung

Deutsche Bank: Achleitner soll Aufsichtsratschef bleiben

Eine interne Untersuchung der Deutschen Bank hat Aufsichtsratschef Paul Achleitner entlastet. Er soll oberster Kontrolleur des Geldhauses bleiben. Die Deutsche Bank setzt damit in schwierigen Zeiten auf Kontinuität.

Frankfurt/Main (dpa) - Jetzt ist es offiziell: Paul Achleitner soll auch in Zukunft den Aufsichtsrat der Deutschen Bank führen. Das Kontrollgremium habe den 60-Jährigen für eine zweite Amtszeit einstimmig nominiert.

Das sagte ein Konzernsprecher und bestätigte damit dpa-Informationen vom Sonntag. Da Achleitner auch die Rückendeckung der größten Aktionäre haben soll, dürfte seiner Wiederwahl bei der Hauptversammlung im kommenden Mai nichts mehr im Wege stehen.

Zuvor hatte eine interne Untersuchung keine Anhaltspunkte für eine Pflichtverletzung ihres Aufsichtsratschefs ergeben. Dabei ging es um die Rolle Achleitners bei der Aufarbeitung der Libor-Affäre um manipulierte Referenzzinsen. In den USA und Großbritannien musste das Geldhaus deshalb eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden US-Dollar (2,4 Mrd Euro) zahlen. Die Strafe in Großbritannien war dabei um 100 Millionen Pfund höher ausgefallen, weil die dortige Finanzaufsicht der Bank mangelnde Kooperation bei der Aufklärung vorwarf. Eine Mitverantwortung Achleitners dafür konnte die Untersuchung nun nicht feststellen.

Achleitner war 2012 parallel zur Vorstands-Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen oberster Kontrolleur der Deutschen Bank geworden. Kritiker machen ihn für die Talfahrt des Instituts mit verantwortlich.

Derzeit gelten vor allem die juristischen Altlasten als größte Gefahr für die Bank. So ringt das Geldhaus in den USA um einen Vergleich wegen umstrittener Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der jüngsten Finanzkrise. Die US-Justiz forderte zuletzt eine Zahlung von 14 Milliarden US-Dollar und löste damit Sorgen um die Stabilität der Konzerns aus, obwohl die Bank selbst mit einer deutlich niedrigeren Strafe rechnet. Im vergangenen Jahr hatte das Institut bereits einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

US-Unternehmen übernimmt deutschen Auto-Teilehändler Stahlgruber
Der US-Autoteilehändler LKQ will den deutschen Auto-Ersatzteilehändler Stahlgruber kaufen. Noch ist die Übernahme aber nicht von den Behörden genehmigt worden. 
US-Unternehmen übernimmt deutschen Auto-Teilehändler Stahlgruber
Apple kauft Musikerkennungs-App Shazam
Apple hat den Kauf der Musikerkennungs-App Shazam bestätigt. Der Preis könnte laut Medieninformationen über 400 Millionen Dollar gewesen sein. 
Apple kauft Musikerkennungs-App Shazam
Dax resigniert vor 13.200 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger zum Wochenbeginn vergeblich auf einen ersehnten Jahresendspurt gewartet. Nach einem frühen …
Dax resigniert vor 13.200 Punkten
Edeka will Fruchtsafthersteller Albi übernehmen
Laut dem Bundeskartellamt, will der Lebensmittelhändler Edeka den Fruchtsafthersteller Albi übernehmen. Damit will das Unternehmen die Abhängigkeit von externen …
Edeka will Fruchtsafthersteller Albi übernehmen

Kommentare