Deutsche Bank baut nochmals Tausende Stellen ab

- Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank streicht im Ausland nochmals Tausende von Stellen, um ihren Gewinn weiter in die Höhe zu treiben. Zusammen mit dem bereits angekündigten Personalabbau in Deutschland fallen netto 5200 Arbeitsplätze, berichtete das Finanzhaus in Frankfurt.

Das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent in diesem Jahr will Vorstandssprecher Josef Ackermann nun unter Ausklammerung der Kosten für den Stellenabbau erreichen. Der Jahresüberschuss kletterte 2004 trotz hoher Abfindungszahlungen um 87 Prozent auf 2,546 Milliarden Euro, den höchsten Stand seit dem Boomjahr 2000. Die Erwartungen der Analysten wurden damit leicht übertroffen. <P>Insgesamt fallen 6400 Stellen weg, während gleichzeitig 1200 neue in Niedriglohnländern entstehen. Die Deutsche Bank nennt diesen Prozess "Smartsourcing". Ungefähr 2700 Stellenstreichungen entfallen auf das Investmentbanking, in dem der Aktien- und der Rentenhandel zusammengelegt wurden, und die Vermögensverwaltung. Für Deutschland hatte das Geldinstitut im Dezember den Abbau von 2300 Stellen in Verwaltung und Abwicklung und die Einrichtung 450 neuer Arbeitsplätze im Kunden- und Produktgeschäft angekündigt.</P><P>Mit den Maßnahmen will die Deutsche Bank die jährlichen Kosten um 1,1 Milliarden Euro drücken. Für 2005 liegt die Einsparung bei 1,2 Milliarden Euro, dem stehen Sonderaufwendungen von 750 Millionen Euro gegenüber. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr soll von 1,50 Euro auf 1,70 Euro je Aktie angehoben werden.</P><P>Ackermanns mehrfach erklärtes Ziel ist eine Eigenkapitalrendite von mindestens 25 Prozent vor Steuern. Dies gelte "vor Restrukturierungskosten", also unter Ausklammerung des Stellenabbaus, sagte der Bankmanager laut Redemanuskript. Die Messgröße lag 2004 bei 16,7 Prozent.</P><P>"Wir haben unsere Position sowohl in Deutschland als auch international weiter gefestigt", meinte Ackermann. Er habe "die feste Absicht, unsere finanziellen Ziele zu erfüllen." Dazu sei neben den Spareffekten ein Wachstum der Erträge um vier Prozent notwendig. Unzufrieden ist Ackermann mit dem Börsenwert: Die Deutsche Bank liege gemessen an diesem Kriterium weltweit nur auf Platz 23 der Kreditinstitute, solle aber künftig auch bei der Marktkapitalisierung "zu einem der weltweit führenden Finanzhäuser" zählen.</P><P>Für den Gewinnsprung 2004 sorgte vor allem die um zwei Drittel auf 372 Millionen Euro gesunkene Risikovorsorge für Problemkredite, ein besseres Handelsergebnis (plus zehn Prozent auf 6,186 Milliarden Euro) und die höhere Bewertung von Beteiligungen. Das Ergebnis vor Steuern legte um 50 Prozent auf 4,146 Milliarden Euro zu. Im Geschäft mit den Privatkunden sei das Ziel eines bereinigten Ergebnisses vor Steuern von einer Milliarde Euro erreicht worden.</P><P>Die Zahl der Mitarbeiter der Deutschen Bank lag Ende September - also vor den neuen Stellenstreichungen - weltweit bei 65 374, davon waren 27 330 in Deutschland beschäftigt. Auf dem Höhepunkt des Jahres 2000 hatte sie insgesamt noch 89 784 betragen.</P>

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