Deutsche Bank baut weiter Stellen ab

- Frankfurt - Die Deutsche Bank will offenbar bis zu 2000 ihrer 27 000 Stellen in Deutschland abbauen, den Kundenbereich aber ausnehmen. Vorstandschef Josef Ackermann sagte dem "Focus", dass die Bank im Kundenbereich keine Stellen streichen will. "In Deutschland sind wir mit unseren Filialen sehr gut aufgestellt. Deshalb werden wir im Kundenbereich nach jetziger Planung nichts verändern", erklärte der Vorstandschef.

Nach Informationen der "Berliner Zeitung" will die Deutsche Bank ihre Betriebsräte in der kommenden Woche über ein weiteres Stellenabbau-Programm informieren. Danach sollen netto bis zu 2000 Stellen überwiegend in den Stabsbereichen wegfallen. Einige hundert Arbeitsplätze könnten nach Informationen der "Welt" auch wieder aus dem Ausland nach Deutschland zurückverlagert werden. Die Deutsche Bank sagte dazu generell: "Kein Kommentar."

Erstmals nach Bekanntwerden von entsprechenden Plänen bestätigte indes ein Aufsichtsratsmitglied einen erneuten Stellenabbau bei der größten deutschen Bank. Margret Mönig-Raane, Mitglied des Kontrollgremiums und stellvertretende Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, sagte der "Welt am Sonntag", mehrfach seien die Pläne, die mit der Umstrukturierung einhergehen, im Aufsichtsrat der Bank diskutiert worden. Zu den Spekulationen, dass in Deutschland theoretisch 3000 Stellen wegfallen könnten, sagte sie: "Ich gehe nicht davon aus, dass es beim geplanten Personalabbau in Deutschland um eine Zahl in einer Größenordnung von 2000 oder mehr Stellen geht."

Der "Welt" zufolge hat Personal-Vorstand Tessen von Heydebreck den Betriebsräten zugesichert, als Obergrenze 2000 Stellen in Deutschland zu kürzen, allerdings damit die Forderung verbunden, dass die Mitarbeiter flexibler bei der Arbeitszeit und der erfolgsabhängigen Vergütung sein müssten. Außerdem handele es sich um Nettozahlen. So könne der Arbeitsplatzabbau etwas höher ausfallen, gleichzeitig aber durch Verlagerung von einigen hundert Stellen aus dem Ausland ins Inland kompensiert werden.

Ackermann betonte erneut im "Focus" die Bedeutung Deutschlands für die Deutsche Bank: "Wir wollen aus Deutschland heraus ein international erfolgreicher Finanzdienstleister sein."

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