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Bisher bei der Deutschen Bank ein glückloser Sanierer: John Cryan

„The Times“ berichtet

Deutsche-Bank-Chef John Cryan soll vor Rauswurf stehen

Die Deutsche Bank soll nach einem Bericht der britischen Zeitung „The Times“ auf der Suche nach einem Ersatz für den unter Druck stehenden Konzernchef John Cryan sein.

Frankfurt/London - Das Frankfurter Geldhaus habe den Europachef der Wall-Street-Bank Goldman Sachs, Richard Gnodde, angesprochen, berichtete die Zeitung am Dienstag ohne Quellenangabe. Dieser habe das Angebot aber wohl abgelehnt. Eine Sprecherin der Deutschen Bank kommentierte den Bericht auf Nachfrage nicht. Cryans Vertrag läuft noch bis 2020.

Er hatte Mitte 2015 das Ruder bei der Deutschen Bank übernommen. Er baut das von teuren Rechtsstreitigkeiten schwer in Mitleidenschaft genommene Institut seitdem um. Unter Investoren war zuletzt aber der Frust über die langsamen Fortschritte bei der Neuaufstellung gewachsen. So hatte der Vorstand erst vor einer Woche vor Gegenwind im Kapitalmarktgeschäft gewarnt - seitdem rutschte die Aktie in einem ohnehin schwachen Markt um 12 Prozent ab. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie fast 30 Prozent an Wert und ist damit der mit Abstand schwächste Wert im Leitindex Dax.

Verhältnis zum Aufsichtsratschef zerrüttet 

Die Beziehung zwischen Cryan und Aufsichtsratschef Paul Achleitner sei zerrüttet, schrieb die „Times“. Cryan wolle die Bank radikaler umbauen, vor allem das Kapitalmarktgeschäft. Schon zuvor waren Spannungen zwischen den beiden Topbankern kolportiert worden; damals ging es um den Hauptaktionär HNA aus China.

Neben dem Goldman-Topmanager Gnodde seien der Chef der italienischen Großbank Unicredit, Jean Pierre Mustier, und der Chef der britischen Großbank Standard Chartered, Bill Winters, als mögliche Nachfolger für Cryan erwogen worden, schrieb die „Times“. Intern gelte der fürs Kapitalmarktgeschäft zuständige Co-Vize Marcus Schenck als starker Kandidat.

Lesen Sie auch: Üppiger Bonustopf trotz roter Zahlen bei Deutscher Bank

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