Deutsche Bank: Eigene Partner empfohlen

- New York - Als letzte große Investmentbank wird die Deutsche Bank im Wall-Street-Skandal um Analystenempfehlungen zur Kasse gebeten. Das größte deutsche Finanzhaus muss im Rahmen eines Vergleichs mit der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) 87,5 Millionen Dollar (72,3 Mio. Euro) zahlen. Zehn große internationale Banken hatten sich bereits im Frühjahr 2003 verpflichtet, insgesamt 1,4 Milliarden Dollar zu erstatten. Wegen verspätet vorlegter E-Mails muss die Deutsche Bank zusätzlich zu der vereinbarten Summe von 80 Millionen Dollar eine Buße von 7,5 Millionen Dollar zahlen.

<P>Hintergrund waren Ermittlungen der Börsenaufsicht und der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Geschäftspraktiken der Banken während des Internet-Booms. Ihnen wurden Interessenkonflikte vorgehalten, weil Analysten Aktien von Unternehmen empfohlen hatten, mit denen die Investmentabteilungen der Banken Geschäfte abschlossen.<BR><BR>Die für die möglichst neutrale Bewertung von Aktien zuständige Abteilung hat damit Empfehlungen ausgesprochen, von denen die Abteilungen, die an der Börse aktiv mitmischen, profitieren. Eigentlich sollten die Abteilungen durch so genannte chinesische Mauern ("Chinese walls") voneinander getrennt sein und keine Informationen austauschen. Das aber geschah doch. Als Beweismittel dienten interne E-Mails. Einigen Star-Analysten wurde Berufsverbot erteilt. Nach dem Vergleich führten Banken weltweit strengere Regeln für ihre Analysten ein, um den Kunden zum Beispiel die Beteiligungen der Finanzinstitute an den von ihnen bewerteten Unternehmen offen zu legen.<BR><BR>Der Deutschen Bank wurde nach der SEC-Erklärung vorgeworfen, von Mitte 1999 bis Mitte 2001 Maßnahmen und Praktiken betrieben zu haben, die eine unangemessene Beeinflussung der Analysten durch die Investmentbanksparten gebracht hätten. Sie hätten auch Analysen herausgegeben, die "übertriebene oder ungerechtfertigte Behauptungen" über die behandelten Firmen enthielten. Der Bank wurde auch eine vollständige Trennung der Bereiche Research und Investmentbanking auferlegt.<BR></P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

IG Metall kündigt Warnstreiks auch im Südwesten an
Ludwigsburg (dpa) - Der Metall- und Elektroindustrie stehen in der laufenden Tarifrunde auch in Baden-Württemberg ab dem 8. Januar die ersten Warnstreiks bevor.
IG Metall kündigt Warnstreiks auch im Südwesten an
Ratiopharm-Mutterkonzern Teva streicht 14 000 Stellen
Das Unternehmen Teva war bisher Israels ganzer Stolz: Symbol für israelischen Erfinder- und Unternehmergeist. Doch jetzt kündigt die Ratiopharm-Mutter weltweite …
Ratiopharm-Mutterkonzern Teva streicht 14 000 Stellen
Dax reduziert Minus nach EZB-Aussagen
Frankfurt/Main (dpa) - Die jüngsten Überlegungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt weitgehend kalt gelassen.
Dax reduziert Minus nach EZB-Aussagen
Mega-Deal: Disney kauft Großteil von Murdochs Fox-Konzern
Die Simpsons schlüpfen bei Micky Maus und Star Wars unters Konzerndach: Der Disney-Konzern übernimmt für mehr als 50 Milliarden Dollar die meisten Sparten des Rivalen …
Mega-Deal: Disney kauft Großteil von Murdochs Fox-Konzern

Kommentare