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Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer soll mit serinem Interiview der Kirch-Gruppe geschadet haben.

Vergleich

Deutsche Bank vor Einigung mit Kirch-Erben

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München - Die Deutsche Bank soll sich mit den Erben von Leo Kirch auf einen Vergleich verständigt haben. Angeblich zahlt das Institut viele hundert Millionen Euro wegen eines Interviews vor zwölf Jahren.

Nach Informationen des "Münchner Merkur" aus Finanzkreisen stehen die Deutsche Bank und die Erben des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch unmittelbar vor einer Einigung. Die Gremien der Bank hätten dem Vergleich bereits zugestimmt, hieß es. Demnach würde die Deutsche Bank den Erben einen Betrag zwischen 900 Millionen Euro und einer Milliarde Euro bezahlen. Ein Sprecher der Kirch-Familie und ein Sprecher der Deutschen Bank wollten die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

Das Oberlandesgericht München, vor dem die Bank und die Erben um Milliarden streiten, sagte eine für Donnerstag geplante Zeugenvernehmung am Mittwochabend kurzfristig ab. Es seien neue Schriftsätze eingegangen. Auch das deutet auf eine Vergleichsbereitschaft der Parteien hin.

Allerdings waren schon mehrfach Vergleiche im letzten Moment gescheitert - zuletzt über 812 Millionen Euro. In Finanzkreisen heißt es aber, man sei "noch nie so weit gewesen, wie diesmal". Der seit mehr als zwölf Jahren tobende Streit dreht sich um ein Interview des ehemaligen Vorstandschefs der Deutschen Bank, Rolf Breuer, der darin 2002 die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt hatte. Das soll die Pleite des Kirch-Konzerns mitverursacht haben. Das Oberlandesgericht München hatte in einem Teilurteil im Dezember 2012 entschieden, dass den Kirch-Erben grundsätzlich Schadenersatz zusteht, die Höhe aber noch offen gelassen. Den Betrag sollte ein Gutachter ermitteln.

Philipp Vetter

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