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Dunkle Wolken ziehen über die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv

Deutsche-Bank-Kronzeuge lehnt Millionenprämie ab

Die US-Börsenaufsicht beteiligt Whistleblower mit erheblichen Beträgen an den Strafen und Vergleichssummen, zu denen ihre Tipps führen können. Doch im Fall der Deutschen Bank lehnt ein Kronzeuge seine Millionenprämie nun ab - und erhebt schwere Vorwürfe.

New York/Frankfurt (dpa) - Aus Enttäuschung über zu lasche Strafen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Deutsche Bank hat ein Whistleblower eine Millionenprämie der US-Börsenaufsicht SEC abgelehnt.

Obwohl er den Regulierern Hinweise auf dubiose Geschäftspraktiken des Geldhauses gegeben habe, die im Mai 2015 auch zu einem Vergleich über 55 Millionen Dollar geführt hätten, seien die hochrangigen Verantwortlichen straffrei davongekommen, kritisiert der Ex-Mitarbeiter Eric Ben-Artzi. Die Deutsche Bank wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Fall äußern.

Im Rahmen eines SEC-Programms zur Belohnung von Mitarbeitern, die als Tippgeber bei der Aufarbeitung von Regelverstößen helfen, hätten Ben-Artzi eigentlich 8,25 Millionen aus einem insgesamt 16,5 Millionen Dollar umfassenden "Award-Fonds" zustehen sollen. Die Aufsicht beteiligt Whistleblower in Höhe von 10 bis 30 Prozent an Bußgeldern. Diese Praxis ist Teil einer 2010 gestarteten Initiative, die Angestellten Anreize liefern soll, über Missstände bei ihren Arbeitgebern auszusagen.

Ben-Artzi, der in der Risikokontrolle der Bank tätig war, wolle aus Protest auf das Geld verzichten, das seiner Meinung nach rechtmäßig den Aktionären zusteht. Einen Teil davon forderten jedoch seine Anwälte und seine Ex-Frau ein. Er prangerte an, dass die Strafe statt Top-Managern, die zum Teil mit Millionen-Boni in Rente hätten gehen können, Investoren und einfache Arbeitnehmer treffe. Dafür macht der Ex-Mitarbeiter eine zu große Nähe zwischen Aufsicht und Unternehmen verantwortlich, die sich durch personelle Verflechtungen ergeben habe.

SEC-Abteilungsleiter Andrew Ceresney wies die Vorwürfe zurück. Seine Behörde habe alle beweisbaren Punkte zur Anklage gebracht. In dem Fall, zu dem Ben-Artzi ausgepackt hatte, ging es um bestimmte Wertpapiere, deren Risiken während der Finanzkrise bewusst in der Bilanz verschleiert worden sein sollen. Der ehemalige Risikomanager wurde nach eigener Aussage gefeuert, nachdem er sich als einer von drei Whistleblowern mit seinem Verdacht an die SEC gewandt hatte. Seine Karriere an der Wall Street sei damit beendet worden.

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