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Setzte sich im Machtkampf durch: Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann.

Deutsche Bank: Machtkampf um den Chefsessel

Frankfurt/Main - Der überraschenden Vertragsverlängerung von Konzernchef Josef Ackermann soll Medienberichten zufolge ein Machtkampf im Aufsichtsrat der Deutschen Bank vorausgegangen sein.

Nach Medienberichten wollte Aufsichtsratschef Clemens Börsig Ackermann beerben, sei aber am Widerstand des Aufsichtsrats gescheitert. Ackermann wollte ursprünglich 2010 sein Amt niederlegen, erklärte aber überraschend, bis 2013 den deutschen Branchenprimus durch die Krise steuern zu wollen. Die Deutsche Bank wollte die Berichte nicht kommentieren.

Wie die “Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtete, soll Börsig angeboten haben, den Vorstandsvorsitz zu übernehmen. In dem Kontrollgremium hätten jedoch Vertreter der Arbeitnehmer - wie auch der Arbeitgeberseite - gegen den Plan opponiert. Um überhaupt eine Lösung präsentieren zu können, habe Börsig dann Ackermann angetragen, den Vertrag bis 2013 zu verlängern.

Laut “Financial Times Deutschland“ argumentierten einige Aufsichtsratsmitglieder bei der Ablehnung Börsigs mit dem Corporate-Governance-Gründen. Börsig war bis zunächst Finanzvorstand des Deutschen Bank. Als Rolf Breuer als Aufsichtsratschef zurücktrat, übernahm Börsig den Posten. Ein Wechsel an die Spitze des Instituts käme einem Zick-Zack-Kurs gleich, der der Deutschen Bank schade, hätten Kritiker argumentiert.

Kein geeigneten Nachfolger gefunden

Andere Mitglieder des Kontrollgremiums sollen dem Bericht zufolge bemängelt haben, dass Börsig, keinen geeigneten Nachfolger für Ackermann präsentiert habe. Ackermann selbst hatte zu der Verlängerung gesagt, gerade in schwierigen Zeiten sei Stabilität der Führung Voraussetzung für weiteren Erfolg. “Der Wunsch des Aufsichtsrats und vieler Mitarbeiter, haben dazu geführt, dass ich sage, ich sehe mich in Pflicht und stelle meine persönliche Lebensplanung zurück“, erklärte er.

In der Vergangenheit hatte Ackermann mehrfach betont, er wolle 2010 mit der Hauptversammlung aus dem Amt scheiden. Für das erste Quartal 2009 präsentierte der 61-Jährige Manager Anfang der Woche einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank profitierte vor allem von kräftigen Gewinnen im Investmentbanking.

Ver.di kritisiert Stellenabbau

Ver.di erklärte unterdessen: “Die Bestellung von Josef Ackermann zum Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank bedeutet für die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) keine kritiklose Zustimmung zu seiner Unternehmenspolitik“. Derartige Personalentscheidungen erfolgten immer unter Abwägung von Alternativen. Die Deutsche Bank halte unvermindert an dem Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent fest, kritisierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong.

In den vergangenen Jahren habe das Institut wegen dieser hohen Renditeerwartungen immer wieder Personalabbaumaßnahmen begründet. Ver.di verurteile diese Maßnahmen ebenso wie den aktuellen Personalabbau. Im vergangenen Herbst hatte die Deutsche Bank angekündigt, in Europa sollten 1.100 Arbeitsplätze im sogenannten Back Office gestrichen werden. Zugleich sollen aber 2.500 Stellen in der Kundenberatung geschaffen werden.

AP

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