Deutsche Bank im Minus

Frankfurt - Die Deutsche Bank ist wegen der Milliardenbelastung aus der Postbank-Übernahme und schlechter laufender Geschäfte im Investmentbanking in die roten Zahlen gerutscht.

Da der Gewinn im Kernbereich der Bank im dritten Quartal deutlich gesunken sei, könne die vor einer Woche bekanntgegebene Abschreibung auf die bereits gehaltenen Anteile an der Postbank nicht ausgeglichen werden. Die größte deutsche Bank erwartet daher im dritten Quartal einen Verlust nach Steuern, wie aus am Dienstag veröffentlichten Unterlagen zur laufenden Kapitalerhöhung hervorgeht. Am Aktienmarkt wurden vor allem die Aussagen zum Investmentbanking negativ aufgenommen.

Das Papier der Deutschen Bank drehte am Dienstagnachmittag ins Minus. Zuvor hatten sie noch von Details zur geplanten Kapitalerhöhung sowie Postbank-Übernahme profitiert. Die Deutsche Bank hatte bereits am Montagabend mitgeteilt, dass sie aus der vor einer Woche bekanntgegebenen Kapitalerhöhung etwas mehr einnehmen wird. Statt der in Aussicht gestellten 9,8 Milliarden fließen dem größten deutschen Kreditinstitut nun 10,2 Milliarden Euro zu. Dabei werden 308,6 Millionen neue Aktien angeboten, der Preis je Aktie wurde auf 33 Euro festgelegt. Am 6. Oktober sollen dann die neuen Aktien, die rückwirkend zum Beginn dieses Jahres voll gewinnberechtigt sind, an den Börsen in Deutschland gehandelt werden. Die Übernahme der Postbank kommt die größte deutsche Bank teuer zu stehen.

Zum einem muss sie die Bilanz der Postbank kräftig aufpolieren, um sie an den eigenen Standard heranzuführen. Zum anderen fällt auf die Anteile an der Postbank, die sie bereits hält, eine Abschreibung von rund 2,3 Milliarden Euro an. Insgesamt verschlingt die Postbank-Übernahme mit acht Milliarden Euro den Löwenanteil der größten Kapitalerhöhung in der Geschichte der Deutschen Bank. Die Deutsche Bank präzisierte zudem die Offerte an die verbleibenden Postbank-Aktionäre. Sie will 25 Euro pro Aktie zahlen. Der deutsche Branchenprimus legte am Dienstag ein entsprechendes Angebot vor. Die Offerte orientiert sich am durchschnittlichen Börsenkurs der Postbank in den letzten drei Monaten. Schon am Sonntag vor einer Woche hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, die Postbank übernehmen zu wollen und eine Preisspanne von 24 bis 25 Euro je Aktie genannt.

An der Postbank hält die Deutsche Bank bereits 30 Prozent. Die Deutsche Post besitzt noch knapp 40 Prozent, tritt diese aber in den kommenden Jahren im Rahmen mehrerer Transaktionen an die Deutsche Bank ab. Die größte deutsche Bank hatte sich im Spätsommer 2008 - kurz vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers - mit der Post auf den Kauf der Postbank verständigt. Wegen der Finanzkrise wurden die Bedingungen der Transaktion teilweise angepasst. Experten rechnen aufgrund der ebenfalls vor einer Woche bekanntgewordenen neuen Regeln für Banken (“Basel III“) mit einer Welle von Kapitalerhöhungen in den kommenden Monaten und Jahren. Ackermann hatte dagegen vor einer Woche betont, dass sein Haus wegen “Basel III“ nicht noch einmal an den Kapitalmarkt müsse und die neuen Vorschriften bereits Ende 2013 erfüllen werde.

dpa

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