Deutsche Bank muss 2,5 Milliarden abschreiben

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Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bank muss wegen der Krise an den Finanzmärkten im ersten Quartal 2008 weitere 2,5 Milliarden Euro abschreiben. "In den letzten Wochen haben sich die Bedingungen weiter erheblich verschlechtert", teilte das größte deutsche Bankhaus am Dienstag mit.

Der Betrag ist höher als die Abschreibungen im gesamten vergangenen Jahr, die sich auf 2,3 Milliarden Euro addiert hatten. Die erwarteten neuen Verluste beziehen sich auf US-Hypothekenanleihen und die Finanzierung von Unternehmensübernahmen.

Mit den Abschreibungen kommt die Deutsche Bank im Vergleich zu anderen großen Banken allerdings noch relativ gut weg und braucht auch kein frisches Kapital zur Stützung. Die Kernkapitalquote - also das Verhältnis zwischen Eigenkapital und ausgegebenen Krediten - werde nach den Berechnungsmethoden der Bank für Internationale Zusammenarbeit (BIZ) im angestrebten Bereich von acht bis neun Prozent bleiben, erklärte die Bank. Unterste Mindestbedingung nach den Empfehlungen der BIZ ist eine Quote von lediglich vier Prozent. Dagegen kündigte die Schweizer UBS am Dienstag angesichts erwarteter Abschreibungen von rund zwölf Milliarden Euro eine weitere Kapitalerhöhung an, bei der die Anteilseigner frisches Geld aufbringen sollen.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann stellte in London vor Investoren die Position der Bank vor. Ein Schwerpunkt war das Thema finanzielle Transparenz. Dabei verwies Ackermann etwa darauf, dass die Bank Ende 2007 bei einem Großteil der 3,3 Milliarden Euro umfassenden Aktivitäten im Subprime-Markt abgesichert gewesen sei. Auch bei den Hypotheken etwas über dem Subprime-Niveau im Volumen von 7,9 Milliarden seien Risiken herausgenommen worden. Im großen Bereich von Kreditzusagen für fremdfinanzierte Übernahmen im Volumen von 36,2 Milliarden Euro sei Ende 2007 mehr als die Hälfte noch nicht in Anspruch genommen worden. Die Bank muss ihre Positionen jeweils zum Marktwert in den Büchern ausweisen. Bei sinkenden Märkten müssen dann Abschreibungen vorgenommen werden. Die Aktien der Deutschen Bank legten am Morgen zeitweise um knapp zwei Prozent auf 73,10 Euro zu.

Die Deutsche Bank hatte bereits in der vergangenen Woche in ihrem Geschäftsbericht vor weiteren Abschreibungen und rückläufigen Ergebnissen im Investmentbanking gewarnt. Das könnte das Ziel eines bereinigten Vorsteuergewinns von 8,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,7 Milliarden) infrage stellen. "Die kurzfristigen Aussichten sind nach wie vor höchst unsicher", hatte Ackermann in einem Brief an die Aktionäre geschrieben. Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Branchenprimus trotz der Finanzmarktkrise einen Rekordgewinn von netto 6,5 Milliarden Euro erzielt.

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