Deutsche Bank öffnet Immobilienfonds wieder

- Frankfurt - Die Anleger des im Dezember geschlossenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest können hoffen: Die Deutsche Bank Real Estate will den Fonds am 3. März wieder öffnen. Die Investoren können dann wieder an ihr Geld kommen.

"Es wird erwartet, dass am 1. März 2006 alle neuen Wertgutachten für die Fondsimmobilien vorliegen", teilte DB Real Estate mit. Einen Tag später soll ein aktueller Anteilswert berechnet und bekannt gegeben werden. "Ab dem 3. März 2006 können dann wieder Anteile des Fonds zum neuen Ausgabepreis erworben beziehungsweise zum jeweils geltenden Rücknahmepreis zurückgegeben werden." Außerdem werde das Unternehmen dann über die zukünftige Strategie des Fonds informieren.

Die Deutsche Bank-Tochter hatte am 9. Dezember 2005 die Ausgabe von Anteilsscheinen an dem Fonds eingestellt, um eine Neubewertung in die Wege zu leiten. Verunsicherte Anleger wollten ihre Anteile daraufhin zurückgeben. Das führte am 13. Dezember zur Schließung des Fonds. Nach massiver Kritik an diesem in der Nachkriegsgeschichte beispiellosen Schritt kündigte die Bank Hilfe für Anleger an. Danach sollen alle Anleger des Immobilienfonds im Fall von Verlusten entschädigt werden. Zunächst hatte die Bank nur den Anlegern helfen wollen, die in der jüngeren Vergangenheit in den Fonds investierten.

Nach Einschätzung von Aktionärsschützern wird die entscheidende Frage bei der Wiedereröffnung von Grundbesitz-Invest sein, wie hoch eine mögliche Abwertung ausfällt und wie viele Investoren ihr Geld abziehen wollen. "Ich denke, viele Anleger stehen bereit und wollen aus dem Fonds raus", sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Der Rücknahmedruck dürfte hoch sein. Es stelle sich daher die Frage, ob der Fonds genug Liquidität habe, um das abzufedern. Falls das nicht der Fall sei, bestehe das Risiko, dass der Fonds erneut schließen müsse. "Es wird sehr viel an der Kommunikationspolitik liegen, wie man die Kunden bewegt, im Fonds zu bleiben", sagte Kurz.

Die Schließung von Grundbesitz-Invest und zweier Fonds der Investmentgesellschaft KanAm im Januar hatte in der Folge zu einer regelrechten Kapitalflucht aus offenen Immobilienfonds geführt. Allein im Januar hatten die Anleger 4,2 Milliarden Euro abgezogen und damit mehr als im Dezember, als die Rückflüsse bei 3,1 Milliarden Euro lagen, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) jüngst mitgeteilt hatte.

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