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Der inzwischen verstorbene Medienunternehmer Leo Kirch hat die Deutsche Bank für seine Pleite verantwortlich gemacht. Foto: Frank Leonhardt

Deutsche-Bank-Prozess könnte sich bis 2016 ziehen

Seit einem halben Jahr muss Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen fast jede Woche nach München reisen und auf der Anklagebank Platz nehmen. Ob das Verfahren noch vor Weihnachten zu Ende geht, ist offen. Eine Äußerung des Richters macht wenig Hoffnung.

München (dpa) - Im Strafverfahren gegen Top-Banker der Deutschen Bank wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch ist kein Ende in Sicht.

Der Vorsitzende Richter Peter Noll stellte am Dienstag vor dem Landgericht München klar, dass er das Verfahren gegen Co-Chef Jürgen Fitschen und vier andere noch nicht vor dem Abschluss sieht. "Wir sind noch im vollen Lauf." Bislang hatte er Termine bis kurz vor Weihnachten geplant. "Ich wollte eigentlich unbelastet ins Weihnachtsfest gehen aber ich bin nicht sicher", sagte er - und legte vorsichtshalber einen weiteren Termin für den 12. Januar 2016 fest.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft will er in den kommenden Monaten auch Verlegerin Friede Springer und Springer-Chef Mathias Döpfner als Zeugen laden. Ein konkreter Termin für die Vernehmungen steht aber noch nicht fest.

Kirch hatte der Deutschen Bank sein Leben lang vorgeworfen, ihn 2002 absichtlich in die Pleite gedrängt zu haben, um an der Zerschlagung seines Unternehmens Geld zu verdienen. Der Medienunternehmer war früher am Axel-Springer-Verlag beteiligt und hatte diesen Anteil für einen dreistelligen Millionenkredit bei der Deutschen Bank verpfändet.

Die Staatsanwaltschaft kündigte an, dass sie möglicherweise weitere Beweisanträge stellen will. Gegen den Vorwurf der Prozessverschleppung, den unter anderem Fitschens Anwälte mehrfach geäußert hatte, wehrte sie sich aber. Es gehe darum, den Sachverhalt gründlich aufzuklären, sagte Staatsanwalt Stephan Necknig und nannte den Vorwurf "befremdlich".

Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Banker stehen seit April vor Gericht, weil sie in einem früheren Verfahren vor dem Oberlandesgericht München nicht die Wahrheit gesagt haben sollen. Damit wollten sie laut Anklage Schadenersatzzahlungen der Deutschen Bank an die Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vermeiden. Die Angeklagten weisen die Anschuldigungen zurück.

Um die Vorwürfe aufzuklären, haben die Richter in den vergangenen Monaten bereits Dutzende Zeugen vernommen. Am Dienstag wurden mehrere Assistenten aus der ehemaligen Führungsriege der Deutschen Bank befragt, darunter ein Protokollführer, der Vorstandssitzungen mitgeschrieben hatte.

Auf der Wunschliste der Zeugen, die die Staatsanwaltschaft gerne noch vernehmen möchte, steht auch der ehemalige BayernLB-Chef Werner Schmidt. Die Landesbank war früher einer der größten Kreditgeber der Kirch-Gruppe und daher an den Krisengesprächen vor der Insolvenz des Medienkonzerns eingebunden.

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