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Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, muss sich weiter vor Gericht verantworten. Foto: Boris Roessler

Kursverlust der Deutschen-Bank-Aktie trübt Fitschens Finanzen

Der Kursverlust der Deutsche-Bank-Aktien beschäftigt auch die Richter im Strafprozess gegen Co-Chef Fitschen: Sie überzeugten sich im Gerichtssaal davon, dass das Papier derzeit nur rund 14 Euro wert ist. Für die Frage nach Fitschens Vermögen ist der Kurs relevant.

München (dpa) – Der Kursverlust der Deutschen-Bank-Aktien in den vergangenen Jahren nagt auch an den Finanzen von Co-Chef Jürgen Fitschen.

Fitschen habe ausschließlich Aktien der Deutschen Bank im Depot – entsprechend habe sich sein Vermögen verringert, sagte sein Anwalt Hanns Feigen am Dienstag vor dem Landgericht München. Dort ist Fitschen seit fast einem Jahr zusammen mit vier Ex-Managern wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch angeklagt. Beim nächsten Verhandlungstag am 12. April sollen die Plädoyers beginnen.

Genau wie andere Angeklagte in Strafprozessen musste Fitschen in dem Verfahren vor wenigen Wochen eine Erklärung zu seinen finanziellen Verhältnissen angeben. Diese hatte die Staatsanwaltschaft aber nicht überzeugt: Offenbar habe sich das Vermögen Fitschens deutlich verringert, merkte der Staatsanwalt nach der Durchsicht an. Fitschens Anwalt konterte: "Sie sollten mal die Zeitung lesen, dann würden Sie sehen, wie sich der Kurs der Deutschen Bank geändert hat."

Richter Peter Noll überzeugte sich gleich am Computer im Gerichtssaal von dem tagesaktuellen Kurs: "14,25 Euro", sagte er. "Der Pfeil zeigt nach unten." Vor der Finanzkrise war die Aktie noch mehr als 100 Euro wert gewesen. Auch bei seiner Vergütung als Vorstandschef der Deutschen Bank musste Fitschen im vergangenen Jahr Abstriche machen: 2015 verdiente er 3,8 Millionen Euro nach 6,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Top-Manager ist zusammen mit seinen Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weiteren Ex-Bankern wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt. Alle fünf sollen sich vor fünf Jahren abgesprochen haben, um Richter zu täuschen und Schadenersatzforderungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch abzuwehren. Die Angeklagten bestreiten dies.

Die Staatsanwaltschaft hatte dutzende Beweisanträge gestellt, um ihre Vorwürfe zu untermauern. Richter Noll lehnte am Dienstag aber erneut mehrere der Anträge ab, weil er sich keine Erkenntnisse bei der Erforschung der Wahrheit davon versprach. Nach fast einem Jahr Prozessdauer will er das Verfahren zu Ende bringen und so bald wie möglich mit den Plädoyers beginnen.

Der Gründer des Kirch-Konzerns, Leo Kirch, hatte die Bank für die Pleite verantwortlich gemacht, weil sich der damalige Chef Breuer in einem Interview kritisch über die Kreditwürdigkeit des Konzerns geäußert hatte. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass sich Breuer mit der Bank auf einen Vergleich in Höhe von 3,2 Millionen Euro für die Folgen seines Interviews geeinigt hat. Über seinen Anwalt ließ Breuer aber klarstellen, dass dies kein Schuldeingeständnis sei. Es sei ihm vielmehr darum gegangen, die Auseinandersetzung beizulegen. Die Initiative sei nicht von ihm ausgegangen, er habe aber eingewilligt. "Dies ist mir nicht leicht gefallen."

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