Deutsche Bank schreibt Rekordergebnis

- Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank hat ein neues Rekordergebnis im dritten Quartal erzielt und in den ersten neun Monaten 2006 bereits mehr Gewinn erwirtschaftet als im gesamten Vorjahr. Getrübt wurden die Zahlen jedoch durch ein abermals schwaches Ergebnis im Eigenhandel mit Aktien.

Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann, der derzeit wieder als Angeklagter im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess vor Gericht steht, blickt indes optimistisch auf das laufende vierte Quartal. "Wir freuen uns, dass sich die Belebung der Geschäftsaktivitäten aus dem September in den Oktober fortgesetzt hat", schrieb der Schweizer Manager in einem Brief an die Aktionäre.

Die Erträge gingen im dritten Quartal um drei Prozent auf 6,39 Milliarden Euro zurück, teilte die Bank in Frankfurt mit. Im Vorjahreszeitraum waren Erlöse aus dem Verkauf von DaimlerChrysler-Anteilen erzielt worden, diesmal zählten der Verkauf von Linde-Aktien und Zahlungen von Versicherungen an die Deutsche Bank - Hintergrund waren Schäden durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 - zu den Sondereinflüssen. Der Nettogewinn legte hingegen mit Hilfe von positiven Steuereffekten um fast ein Viertel auf 1,24 Milliarden Euro zu.

Von Januar bis September erzielte das größte deutsche Kreditinstitut eine Eigenkapitalrendite vor Steuern in Höhe von 32 Prozent. Sie lag damit klar über der Schwelle von mindestens 25 Prozent, die Ackermann jeweils für das Ende eines Geschäftsjahres anpeilt und die 2005 erstmals erreicht wurde. In absoluten Zahlen bedeutete dies einen Gewinn vor Steuern von 6,25 Milliarden Euro (plus 23 Prozent), der damit höher als im gesamten Jahr 2005 (6,11 Mrd Euro) lag. Für 2008 hatte das Finanzhaus vor kurzem das Ergebnisziel von 8,4 Milliarden Euro ausgegeben. Die Deutsche Bank beschäftigte Ende September weltweit 67 474 Mitarbeiter, dank mehrerer Übernahmen entsprach dies einem Plus von 2039 gegenüber Ende Juni.

Im Bereich Aktienhandel brachen die Erträge im dritten Quartal um fast ein Drittel auf 700 Millionen Euro ein. Hauptverursacher war der Eigenhandel, der im Vorquartal sogar ein Minus von 80 Millionen Euro eingefahren hatte und auch von Juli bis September nur geringfügig im Plus lag. Besonders erfolgreich lief das Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen, in dem die Deutsche Bank auch ihren Marktanteil ausbauen konnte. In der anderen großen Sparte neben dem Investmentbanking standen Rückgängen bei der Vermögensverwaltung Zuwächse im Kredit- und Einlagengeschäft mit Privatkunden gegenüber.

Die Deutsche Bank hatte sich zuletzt mit der Übernahme der Berliner Bank und der norisbank-Filialen wieder stärker im deutschen Privatkundengeschäft engagiert. "Der im dritten Quartal vereinbarte Kauf der norisbank bringt unser Konsumentengeschäft in Deutschland ein gutes Stück voran", betonte Ackermann. Nach der Vorlage der guten Zahlen muss sich der vermutlich bestbezahlte Unternehmenslenker im Land am Donnerstag (2.11.) in der Neuauflage des Mannesmann-Prozesses wegen des Vorwurfs der schweren Untreue vor Gericht verantworten. Er hatte für diesen Tag auch seine Aussage angekündigt. Im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung will Ackermann zurücktreten und auf eine Abfindung verzichten.

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