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Deutsche Bank.

Aktien reagieren

Deutsche Bank steht Fusion der DWS mit Rivalen offen gegenüber

Die Aktien der Deutschen Bank sind nach Medienberichten über ein mögliches Scheitern der Fusionsgespräche mit der Commerzbank gestiegen.

Update vom 26.4.2019, 11.21 Uhr: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing steht einem Zusammenschluss der Fondstochter DWS mit einem Konkurrenten offen gegenüber. Die Deutsche Bank wolle an der erwarteten Konsolidierung unter den Vermögensverwaltern teilnehmen, sagte der Manager am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er erwarte allerdings, dass der Fondsanbieter weiter Teil der Kernstrategie der Deutschen Bank bleibt.

Seit Wochen grassieren Gerüchte, denen zufolge sich die Deutsche Bank von weiteren DWS-Anteilen trennen und das Unternehmen mit einem Rivalen verschmelzen könnte. Zu konkreten Überlegungen wollte sich Sewing aber nicht äußern.

Meldung vom 25. April: Deutsche Bank und Commerzbank: Mega-Fusion gescheitert

12.50 Uhr: Nach dem Abbruch der Fusionsgespräche von Deutscher Bank und Commerzbank mahnen Aufseher die Institute zu einer Fortsetzung ihres Umbaukurses. „Wir gehen davon aus, dass beide Banken ihre bereits eingeschlagenen Restrukturierungsanstrengungen, die erste positive Ergebnisse zeigen, konsequent weiterverfolgen“, ließ der für Banken- und Finanzaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling am Donnerstag mitteilen. Deutsche Bank und Commerzbank hatten zuvor nach knapp sechswöchigen Gesprächen mitgeteilt, dass sie die Idee eines Zusammenschlusses der beiden Häuser nicht weiterverfolgen.

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, hat sich hinter die Entscheidung gestellt. „So richtig die Entscheidung des Vorstands war, die Möglichkeit eines Zusammenschlusses mit der Commerzbank gründlich zu prüfen, so richtig ist die Entscheidung, diese nicht weiterzuverfolgen“, ließ Achleitner am Donnerstag in Frankfurt mitteilen. „Die intensiven Gespräche und Analysen der vergangenen Wochen haben uns gezeigt, dass das Verhältnis von möglichen Risiken und Ertrag für unsere Investoren nicht attraktiv ist.“

Update 10.41 Uhr: Jetzt ist es offiziell: Die Deutsche Bank und die Commerzbank werden nicht fusionieren: Nach gründlicher Prüfung seien die jeweiligen Vorstände zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss "keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde", teilten beide Banken am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Das gelte auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergingen. Daher hätten beide Banken entschieden, die Gespräche nicht fortzusetzen.

Ein Zusammenschluss wäre "nicht im Interesse der Aktionäre" sowie anderer Interessengruppen beider Unternehmen, erklärten die Banken weiter. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sowie Commerzbank-Chef Martin Zielke erklärten aber, es sei durchaus "sinnvoll" gewesen, die Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen.

"Für uns war aber von Anfang an klar: Mit einem Zusammenschluss müssten wir höhere und nachhaltigere Renditen für unsere Aktionäre erreichen und die Leistungen für unsere Kunden verbessern können", teilten beide Banken wortgleich mit.

Deutsche Bank/Commerzbank: Mega-Fusion wohl gescheitert

Frankfurt/Main - Die Aktie des größten deutschen Geldhauses, das bei einer Fusion der Käufer gewesen wäre, legte am Donnerstag um 0,8 Prozent zu und dämmte damit die Verluste der Vortage ein. Anders sah es bei der Commerzbank aus: Die Papiere der teilverstaatlichten Bank, die im Falle eines Zusammenschlusses von der Deutschen Bank übernommen werden würde, gaben rund eineinhalb Prozent nach und bauten damit die Verluste der Vortage aus.

Zuvor hatte unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf einen Insider berichtet, dass die seit Mitte März laufenden Verhandlungen über eine Fusion wohl vor dem Scheitern stünden. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Das „Wall Street Journal“ hatte zudem berichtet, dass die Gespräche festgefahren seien. Es hake derzeit an vielen Punkten, die von fehlender Unterstützung wichtiger Investoren bis zum Widerstand der Arbeitnehmer reichten, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Beide Parteien seien deshalb weit davon entfernt, eine Fusionsvereinbarung zu unterzeichnen.

dpa

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