Deutsche Bank kürzt Zahlungen an Mitarbeiter

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank tritt auf die Kostenbremse: Gehaltssteigerungen bleiben aus, Boni werden gekürzt. Ein Grund: Das Jahr 2012 lief schlechter als erhofft. An diesem Donnerstag gibt es die Zahlen.

Die Deutsche Bank macht nach Informationen aus Betriebsratskreisen Ernst mit ihrem Sparprogramm und verordnet tausenden Mitarbeitern 2013 einen Verzicht auf Gehaltssteigerungen. „Dieses Jahr bekommen wir für das Grundgehalt eine Nullrunde“, hieß es am Mittwoch in Frankfurt.

Betroffen seien schätzungsweise 12 000 bis 15 000 außertarifliche Mitarbeiter in Deutschland - in der Regel Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben oder in Leitungsfunktionen. Die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch) berichtete sogar von 25 000 betroffenen Mitarbeitern. Insgesamt beschäftigt Deutschlands größtes Geldhaus nach den letzten veröffentlichten Zahlen im Inland gut 47 000 Vollzeitkräfte.

Dem Vernehmen wehrte sich der Gesamtbetriebsrat vehement gegen die Einsparungen: Für außertarifliche Mitarbeiter, die nur knapp über Tarif bezahlt würden, bedeute die Regelung Reallohnverluste.

Auch die Bonustöpfe für 2012 seien deutlich kleiner ausgefallen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa von Insidern: „Die Bonustöpfe sind im Schnitt um etwa acht bis zehn Prozent verkleinert worden.“

Ein Sprecher des Dax-Konzerns wollte die Informationen am Tag vor der Bilanzvorlage nicht kommentieren. An diesem Donnerstag (31.1.) präsentiert das seit Juni amtierende Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen die Zahlen für 2012. Am Nachmittag informiert der Vorstand die Belegschaft noch einmal gesondert.

Nach Einschätzung von Analysten rutschte die Deutsche Bank im vierten Quartal in die roten Zahlen: Die Kosten für juristische Streitigkeiten, Konzernumbau und Abschreibungen überlagerten zum Jahresende die operativen Fortschritte. Für das Gesamtjahr 2012 wird nach aktuellen Schätzungen unter dem Strich ein Überschuss von rund 2,5 Milliarden Euro erwartet - deutlich weniger als die 4,1 Milliarden Euro 2011.

Im September hatte das Führungsduo das Ziel ausgegeben, die jährlichen Kosten bis 2015 um 4,5 Milliarden Euro zu drücken. Im Investmentbanking werden 2000 Stellen gestrichen. Das Management stimmte auf weitere Stellenstreichungen ein, ohne Zahlen zu nennen.

dpa

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