Deutsche Bank will angeblich milliardenschwere Kredite verkaufen

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank will sich nach einem Bericht des "Wall Street Journals" von milliardenschweren Krediten trennen. Die Bank wolle Kreditpakete für die Finanzierung von Firmenübernahmen in einem Volumen von 15 bis 20 Milliarden Dollar (bis zu knapp 13 Mrd Euro) losschlagen.

Das berichtet die Zeitung (Montag) unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte Anfang April allerdings vor Investoren erläutert, dass die Bank mit Stand Ende 2007 derartige Kredite insgesamt in Höhe von 15,3 Milliarden Euro ausgereicht hatte. Daneben gibt es weitere Zusagen, die aber noch nicht geflossen sind. In Frankfurter Bankenkreisen wurde betont, wenn wieder ein liquider Markt für derartige Kreditpakete entstehe, würden alle Geldhäuser auch wieder Verkäufe tätigen. Dies sei das normale Geschäft. Derzeit gilt der Markt für solche Kredite wegen der internationalen Finanzkrise allerdings als ausgetrocknet.

Der Zeitung zufolge würde die Deutsche Bank damit der Citigroup folgen, die Kredite mit Verlust verkaufen wolle. Im Gegensatz zu der US-Gesellschaft wolle die Deutsche Bank aber in einzelnen kleineren Paketen abgeben, hieß es auf der Online-Seite der Zeitung. Derzeit würden für solche Kredite 90 Cent pro Dollar Nominalwert gezahlt.

Anfang April hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, dass sie wegen der Krise an den Finanzmärkten im ersten Quartal 2008 weitere 2,5 Milliarden Euro abschreiben müsse. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Abschreibungen auf 2,3 Milliarden Euro addiert. Die Bilanz für das erste Quartal des Jahres will die Bank am 29. April vorlegen.

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