Bankübernahme:

Deutsche-Bank auf Zielgraden bei Sal. Oppenheim

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank ist bei der Übernahme der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim auf der Zielgeraden. Die beiden Seiten seien sich im Grunde handelseinig.

Erwartet wurde, dass der Aufsichtsrat der Deutschen Bank bei seiner Sitzung am Mittwoch neben der Zwischenbilanz für das dritte Quartal auch den Kauf von Sal. Oppenheim absegnet. Die beiden Banken lehnten einen Kommentar dazu ab.

Nach den Informationen aus Finanzkreisen übernimmt die Deutsche Bank die Luxemburger Holding von Sal. Oppenheim komplett. An der in Köln ansässigen deutschen Tochtergesellschaft - dem Herzstück der Bank - sollen die Eigentümerfamilien aber mit einem Anteil von weniger als einem Viertel beteiligt bleiben.

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Wirtschaftskrise: Diese Banken hat es am meisten getroffen

“Wo die Gesellschafter die größte Nähe zum Kunden haben, bleiben sie im Boot“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Geplant ist nach der “Welt“ (Mittwoch) eine Prämie, die umso höher ausfällt, je mehr Kunden im Zuge der Integration gehalten werden können. Als wahrscheinlich gelte, dass der derzeitige persönlich haftende Gesellschafter Christopher Freiherr von Oppenheim weiterhin eine führende Rolle spielen soll.

Vermögensverwaltung ist Filetstück

Die Deutsche Bank will mit dem Zukauf ihre eigene, schwächelnde Vermögensverwaltung stärken. Sal. Oppenheim zählt trotz jüngster Turbulenzen immer noch zu einer der feinsten Adressen für reiche Privatkunden. Dafür ist die Deutsche Bank den Informationen zufolge bereit, eine Milliarde Euro zu zahlen. Die Summe hatte sich bereits in den Tagen zuvor abgezeichnet. Besonders unter mittelständischen Unternehmern genießt die Privatbank einen hervorragenden Ruf. Mit der Beteiligung der Alteigentümer soll dieser gewahrt bleiben.

Weiterverkauft werden soll dagegen das Investmentbanking. In diesem Feld gehört die Deutsche Bank selbst zur Weltspitze. Als aussichtsreichster Käufer für die Sparte gilt die australische Bank Macquarie. Auch die Frankfurter Sal.-Oppenheim-Tochter BHF Bank steht auf der Verkaufsliste. Laut “Handelsblatt“ (Mittwoch) hat die Liechtensteiner LGT Bank bereits den Finger gehoben.

Sal. Oppenheim hatte bereits vor einiger Zeit auf eigene Faust versucht, die BHF loszuschlagen. Das scheiterte aber an den Preisvorstellungen.

Deutsche Bank gibt Kredit

Sal. Oppenheim war durch Fehlspekulationen unter anderem beim inzwischen insolventen Handels- und Touristikunternehmen Arcandor (ehemals Karstadt/Quelle) in eine schwere Schieflage geraten. Die Gesellschafter des Traditionshauses mit Kölner Wurzeln mussten mehrfach Kapital zuschießen. Das nötige Geld haben sie sich großteils von der Deutschen Bank geliehen. Bereits seit Wochen verhandeln beide Seiten deshalb über einen Einstieg des heimischen Branchenprimus.

dpa

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