Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich

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Deutsche Bank zwischen Kopfschütteln und Verständnis

- Frankfurt - Grau hängt der Himmel über der Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank. In den Zwillingstürmen, scherzhaft "Soll" und "Haben" genannt, und den quer über die Republik verstreuten Filialen des Kreditinstituts halten sich das Kopfschütteln über den Stellenabbau und das Verständnis für die schmerzhaften Maßnahmen in diesen Tagen wohl ungefähr die Waage. Angst macht den Angestellten ein möglicher Boykott ihrer Bank.

<P>Pensionär Günther Greifelt hat sich an die neuen Spielregeln der Globalisierung noch nicht gewöhnen können. Der 67-Jährige, einst Chauffeur des von Terroristen ermordeten Deutsche-Bank-Chefs Alfred Herrhausen, geht mit dem heutigen Management hart ins Gericht: "Die höheren Herren verdienen immer mehr Geld und machen dann sowas. Es wäre anders, wenn es der Bank schlecht ginge. Aber so schadet es dem Image, das ist kein gutes Omen." Der Nachfolger seines früheren Vorgesetzten findet bei Greifelt keinen Gefallen: "Der Ackermann passt nicht zu uns. Früher war die Atmosphäre kollegialer und friedliebender."<BR><BR>Andere Mitarbeiter der Zentrale wenden sich mit ihrer Kritik lieber an die Politiker und Medien, die die kontroverse Debatte ausgelöst haben. "Es ist schon seit Dezember bekannt, dass 2000 Leute gehen müssen. Der ganze Aufruhr bringt nichts", meint ein wütender Banker. "Das wird alles viel zu einseitig betrachtet", pflichtet ihm ein 47 Jahre alter Kollege bei. "Nicht Ackermann ist das Problem, sondern die Globalisierung. Wenn er da nicht mitmacht, dann werden wir auch geschluckt - dann sind hier 25 000 Arbeitsplätze weg." Den Boykottaufruf von Politikern könne er überhaupt nicht nachvollziehen: "Die bedienen sich doch selbst genug."<BR><BR>"Die Arbeitsplätze, die abgebaut werden, sind vor allem in den USA und in London. Dort sind die Verträge ganz anders", gibt eine 32 Jahre alte Angestellte der Bank zu bedenken. Dann fügt sie hinzu: "Unsere Vorstände hatten schon immer Talent, sich in den Medien ungünstig darzustellen."<BR><BR>Und wie sehen die Kunden der Deutschen Bank die Debatte, in die sich von Spitzenpolitikern über Sparkassen-Präsidenten bis hin zu Wissenschaftlern inzwischen fast jeder eingeschaltet hat? In der Filiale der Bank auf dem Potsdamer Platz im Herzen Berlins spielen Sparbuch und Wertpapierdepot an diesem Tag nur eine untergeordnete Rolle. "Die Deutsche Bank entzieht sich ihrer sozialen Verantwortung", meint die Studentin Dortje Klatte (24). Sie selbst bleibe nur "aus Faulheit" Kundin der Bank.<BR><BR>"Ich finde das unerhört", sagt die Freiberuflerin Jutta Klein (55). Auf der einen Seite mache die Bank Riesengewinne, auf der anderen baue sie Arbeitsplätze ab. Und für Selma Gralher hat das Übel auch einen Namen: "Von Herrn Ackermann halte ich überhaupt nichts", meint die 43-Jährige. Die Kundin Karin Klossek sieht den Fall anders: "Eine Bank muss sich gut aufstellen, und Entlassungen kosten ein Unternehmen ja erst einmal Geld. Keine Bank würde das tun, wenn es nicht notwendig wäre."</P>

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