Deutsche Banken zieht es nach Russland

- Moskau - Die Deutsche Bank legte in Moskau vor, die Dresdner Bank zog nach: In dieser Woche offenbarten die führenden deutschen Finanzunternehmen Pläne für Investitionen auf dem russischen Markt in dreistelliger Millionenhöhe. Der desolate Ruf des russischen Finanzsektors scheint an Abschreckung verloren zu haben. Börsenboom, hohe Ölpreise und zweistellige Zuwachsraten im Bankengeschäft locken Europas Banken. Für geschätzte 200 bis 350 Millionen Euro will die Deutsche Bank, ein Routinier im Russlandgeschäft, ihre Anteile an der führenden Investmentfirma UFG auf 100 Prozent aufstocken.

Bei der Dresdner Bank deutet vieles auf einen Einstieg beim drittgrößten russischen Finanzunternehmen Gasprom-Bank hin. Die Hausbank des weltweit größten Gasförderers Gasprom will mit deutscher Hilfe an die Börse gehen. Nach einer Kapitalerhöhung erwirbt die Dresdner Bank 33 Prozent der Gasprom-Bank-Aktien für 700 Millionen Euro, um sie nach Expertenmeinung später weiterzuverkaufen. Es wird die bislang größte Auslandsinvestition in Russlands Bankensektor.

Das Tochterunternehmen Dresdner Kleinwort Wasserstein gehört zu einem Bankenkonsortium, das die Übernahme des Ölkonzerns Sibneft durch Gasprom mit einem Milliardenkredit finanzieren soll.

Bislang stehen in Russland den 1500 einheimischen Banken nur etwa drei Dutzend ausländische Tochterunternehmen gegenüber.

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