Deutsche Börse will in London nicht nachgeben

- Frankfurt/London - Die Deutsche Börse ist bei der geplanten Übernahme der Londoner Börse nicht bereit, ihr bisheriges Geschäftsmodell über den Haufen zu werfen. Es komme nicht in Frage, die Abwicklungstochter Clearstream zu verkaufen, um damit ein Zusammengehen mit der London Stock Exchange (LSE) zu ermöglichen, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse AG. "Clearstream ist ein integraler Bestandteil der Deutschen Börse", meinte der Sprecher und dementierte damit einen Bericht der britischen "Financial Times" (Montagausgabe).

<P>Zu einer möglichen Aufstockung des bisherigen Angebots von 5,30 Pfund je LSE-Aktie auf 6,00 Pfund wollte der Sprecher keine Stellung nehmen. Die Deutsche Börse verhandelt mit der London Stock Exchange seit einigen Wochen über ein offizielles Übernahmeangebot. Erwartungsgemäß hatte nach dem Bekanntwerden der Gespräche auch der Konkurrent Euronext, eine fusionierte Vierländerbörse, Interesse an dem Handelsplatz in London gezeigt und einen Bieterkampf ausgelöst. Laut Angaben aus Finanzkreisen reist der Chef der Deutschen Börse, Werner Seiffert, an diesem Donnerstag erneut zu Gesprächen nach London.</P><P>Die LSE gilt wegen ihrer einseitigen Ausrichtung als Übernahmekandidat. Die Deutsche Börse ist deutlich breiter aufgestellt, da neben dem klassischen Wertpapiergeschäft auch die Bereiche Abwicklung und Verwahrung sowie die gemeinsam mit der Schweizer Börse betriebene Terminbörse Eurex zu dem Finanzdienstleistungskonzern gehören.</P><P>Die Deutsche Börse hatte den luxemburgischen Anbieter Clearstream im Jahr 2002 vollständig übernommen. Es ist in Fachkreisen umstritten, ob eine Übernahme der LSE am Widerstand der Kartellbehörden scheitern könnte. Einige Branchenkenner vertreten die Ansicht, dass die Konsolidierung der europäischen Börsen den Wettbewerb speziell im Segment Abwicklung zu stark einschränken würde.</P>

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