Deutsche Bosse: Im Dax-Schnitt haben sie 2,059 Millionen Euro

- München - Deutschlands Bosse verdienen zuviel heißt es angesichts üppiger Boni und Sonderzahlungen. Nein, kontern nun mit den großen Fondsgesellschaften wichtige institutionelle Anleger. Nur in Einzelfällen sehen sie Anlass zur Kritik. "Die Vorstände der deutschen Unternehmen sind nicht überbezahlt", sagte DWS-Manager Henning Gebhardt gegenüber der "Welt". Im Durchschnitt verdient man in der Vorstandsetage eines Dax-Unternehmens 2,059 Millionen Euro.

<P>Davon ist längst nicht alles garantiert. Ein Großteil der Vergütung ist variabel. So müssen die Bosse schon einmal kräftige Einbußen hinnehmen, wenn die Geschäfte nicht laufen. Die Lufthansa strich ihren Aktionären 2003 die Dividende - und den Bossen fast die Hälfte vom Gehalt - um 42,7  % wurden die Bezüge gekürzt. Doch selbst beim Vorstandsgehalts-Schlusslicht im Dax nagen die Oberen nicht am Hungertuch. Sie kamen im Schnitt auf 530 000 Euro im Jahr. Dabei kann der radikale Einschnitt auch mit dem Wechsel auf dem Chefsessel von Jürgen Weber zu Wolfgang Mayrhuber zu tun haben. Allerdings weist die Lufthansa die individuellen Bezüge nicht aus.<BR><BR>Auch bei der Commerzbank, dem zweiten Dax-Unternehmen, das die Dividende auf Null setzte, wird im Vorstand Verzicht geübt: um 19,11 % sanken die Gehälter - auf 1,02 Millionen Euro im Schnitt. Vorstandschef Klaus-Peter Müller kam auf 1,42 Millionen Euro.<BR><BR>Es geht auch umgekehrt: MAN verdiente um 18,1 % mehr, steigerte die Dividende um 25 % und die durchschnittliche Vorstandsbezüge um 26,96 % auf 714 000 Euro. Der bisherige Platz Platz eins auf dem Bescheidenheits-Siegertreppchen wurde damit allerdings an die Lufthansa abgetreten.<BR><BR>Den Spitzenplatz bei der Gehaltshöhe errang Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Er verdiente 11,073 Millionen Euro, und damit kaum weniger als seine drei Vorstandskollegen zusammen: 6,690 Millionen verdiente jedes Vorstandsmitglied. Auch beim Durchschnittsgehalt der Bosse gelegt das Institut Platz eins.<BR><BR>Danach folgt Henning Kagermann von SAP, der mit 5,982 Millionen Euro, den Durchschnitt der SAP-Vorstände (3,759 Millionen Euro) weit hinter sich lässt.<BR>Die Nummer drei unter den Vorstandschefs ist RWE-Boss Harry Roels, fast bescheiden: Er nimmt 4,395 Millionen - und damit unwesentlich mehr als beim Erzkonkurrenten Eon bereits der Durchschnittsvorstand verdient: 4,369 Millionen Euro.</P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Australien und Japan wollen TTP retten
Sydney - Nach dem Ausstieg der USA aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP will Australien in die Bresche springen, um das Abkommen zu retten. Auch Japan hofft …
Australien und Japan wollen TTP retten
Wachstum mit Mietsoftware verhilft SAP zu deutlichem Plus
Walldorf (dpa) - Die Umstellung auf Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet hat dem Softwarehersteller SAP im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Plus verholfen. Der …
Wachstum mit Mietsoftware verhilft SAP zu deutlichem Plus
Yahoo-Übernahme durch Verizon verzögert sich
New York - Für das kriselnde Online-Urgestein Yahoo reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Der Verkauf an Verizon ist noch immer nicht in trockenen Tüchern.
Yahoo-Übernahme durch Verizon verzögert sich
Trump: Steuern senken und Firmenumzüge nach Mexiko bestrafen
Der neue US-Präsident stellt den Freihandel in Nordamerika in Frage und will Importe aus Mexiko mit Strafzöllen belegen. Das Nachbarland legt sich schon einmal seine …
Trump: Steuern senken und Firmenumzüge nach Mexiko bestrafen

Kommentare