Deutsche Bosse Spitze - beim Gehalt

- München - Deutsche Manager sind in Europa Spitze - beim Gehalt. Das ist laut "Handelsblatt" das Ergebnis einer Studie der Vergütungsberatung Hay. Auch dabei bestätigte sich: Oft werden mäßige Leistungen fürstlich belohnt.Um rund 30 Prozent liegen die durchschnittlichen Gehälter deutscher Entscheider über denen ihrer Kollegen in Frankreich, Italien, Großbritannien und den Niederlanden. Doch verdienen die deutschen Chefs immer noch ein Drittel weniger als ihre Kollegen in den USA.

<P>Hay befragte die Entscheider aus 303 Firmen mit einem Umsatz von mindestens einer Milliarde Euro. Davon kommen 100 aus den USA, der Rest aus Europa. Absolute Zahlen verpflichtete sich die Gesellschaft geheim zu halten. Dennoch sind die Ergebnisse interessant. So bestätigte sich die Tendenz zu immer größeren variablen Gehaltsbestandteilen. Nur ein geringer Anteil des Gehalts ist festgelegt, den Rest gibt's für getane Arbeit. <BR><BR>Allerdings sind die Hürden, die Chefs dabei überspringen müssen, häufig recht niedrig: So würden laut "Handelsblatt" schon Wachstumsraten von einem Prozent honoriert, oder wenn ein gigantischer Verlust eingedämmt wird - oft gibt es sogar Geld, wenn die Ziele unter Plan lagen. Diesen Missstand hat sich seit längerem die Fondsgesellschaft Union Investment vorgenommen. Sie kritisiert immer wieder die Aktienoptionspläne von Unternehmen, bei denen Zahlungen von der zu erbringenden Leistung abgekoppelt würden.<BR><BR>Beim jetzt vorliegenden Vergleich von Managergehältern konstatiert Union-Sprecher Rolf Drees hohe Dunkelziffern. Er sieht die Manager in den südlichen Ländern auf der Überholspur. Im Europäischen Vergleich von Aktienoptionsplänen liegen, so Drees, die deutschen Unternehmen nur noch im Mittelfeld: In Italien und Spanien seien die entsprechenden Gehaltsbestandteile sogar noch weiter davongeeilt.<BR><BR>Doch Drees verweist jenseits der ausgewiesenen Gehälter, Boni und Aktienoptionspläne auf Vergütungen, die meist nicht bekannt werden. Oft seien in den Verträgen der Top-Verdiener auch üppige Leistungen im Alter vereinbart worden. Beispielsweise lebenslang 100 Prozent Gehaltsfortzahlung nach Auslaufen eines Fünf-Jahres-Vertrags. Drees nennt Beispiele, in denen ehemaligen Vorständen für den Rest ihres Lebens ein Büro mit Sekretariat und Fahrer zugesichert worden sei. Solche Leistungen fallen in seinen Augen unterm Stich häufig stärker ins Gewicht als ein um zehn oder 20 Prozent höheres Grundgehalt. Und sie bleiben meist unbemerkt. "Da schauen", so Drees, "die Aktionäre nicht so genau hin."<BR><BR>Aufschluss gibt die Studie von Hay auch über die Struktur der variablen Gehaltsbestandteile: So bekommen deutsche Chefs etwa 32 Prozent ihres Geldes als Fixum, 34 Prozent sind vom kurzfristigen Unternehmenserfolg abhängig und ebenso viel vom langfristigen Erfolg. <BR><BR>Dagegen wird in Frankreich weit mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Mit 47 Prozent des Gesamtgehalts wird langfristiger Erfolg belohnt. In den USA sind dies sogar 61 Prozent. Ein durchschnittlicher Vorstand in den Niederlanden bekommt dagegen 54 Prozent der Bezüge als Fixgehalt. Dieses Grundgehalt liegt aber immer noch um 13 Prozent unter dem, was sein deutscher Kollege ohne Leistungsnachweis einnimmt.</P>

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