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Auf dem Gelände der Salzgitter AG liegen aufgewickelte Metallbänder (Archivbild). Der deutsche Außenhandel hat einen Dämpfer erhalten. Foto: Julian Stratenschulte

Abwärtstrend

Deutsche Exporte gehen im März zurück

Die starke Nachfrage aus der Europäischen Union hält den deutschen Export am Laufen. Internationale Handelskonflikte machen sich allerdings bemerkbar.

Wiesbaden (dpa) - Die vor allem von den USA angeheizten internationalen Handelskonflikte hinterlassen erste Spuren in der deutschen Exportbilanz.

Vor allem das Geschäft mit den USA schwächelte im ersten Quartal 2018, wie aus am Dienstag veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Angetrieben wurde der Export hingegen von der Nachfrage nach "Made in Germany" in Europa.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres führte Deutschland insgesamt Waren im Wert von 327,9 Milliarden Euro aus. Das waren 2,8 Prozent mehr als im starken Vorjahreszeitraum. Damals waren die Ausfuhren um 8,6 Prozent gestiegen. Die Importe kletterten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent auf 267 Milliarden Euro.

Der Außenhandelsverband BGA sieht erste Auswirkungen der "globalen Störfeuer und Unsicherheiten". Rückgänge habe es im Handel mit dem Brexit-Land Großbritannien und den USA gegeben. "Die EU-Mitgliedsstaaten hingegen haben sich einmal mehr als wichtigster Partner erwiesen. Dies unterstreicht erneut die Bedeutung der EU für Deutschland", sagte BGA-Präsident Holger Bingmann. Für das laufende Jahr erwartet der BGA trotz der Unsicherheiten bei den Exporten das fünfte Rekordjahr in Folge.

Im Handel mit Staaten außerhalb der Europäischen Union gab es im ersten Quartal ein Minus von 0,3 Prozent. Dabei sanken die Exporte in die USA nach vorläufigen Daten um 3,4 Prozent. Die Importe aus den Vereinigten Staaten verringerten sich weniger stark um 2,2 Prozent.

Die Handelsbilanz, die den Überschuss der Ausfuhren über die Einfuhren beschreibt, lag mit im März insgesamt 25,2 Milliarden Euro knapp unter Rekordniveau. Die Bundesrepublik führt seit Jahren mehr aus als ein. Das sorgt bei Handelspartnern für Kritik. Besonders harschen Töne kommen aus den USA.

Gegenüber dem sehr starken März 2017 sanken die Ausfuhren um 1,8 Prozent. Die Importe verringerten sich um 2,3 Prozent. Binnen Monatsfrist legten die Exporte allerdings zu. Ökonomen werteten dies nach insgesamt schwächeren Konjunkturdaten der Vormonate als gutes Zeichen, zumal auch die Produktion anzog.

Für Unruhe sorgen allerdings die Handelskonflikte der USA mit der EU und China. Sie hinterlassen nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) bereits erste Bremsspuren auf den Weltmärkten. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte jüngst, eine Eskalation würde die Weltwirtschaft hart treffen und könnte die Erholung des globalen Handels und der Wirtschaftsaktivität gefährden.

Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zieht der Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht unbemerkt an Deutschland vorüber. "Es droht eine weltweite Protektionismusspirale. Diese würde die Weltkonjunktur als Ganzes empfindlich abschwächen", warnte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.

Der Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hatte sich hochgeschaukelt, nachdem die USA zunächst Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus China verhängten und später mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 150 Milliarden Dollar drohten. China kündigte Gegenmaßnahmen an.

Der auch im April gestiegene Handelsüberschuss Chinas dürfte die Debatte weiter anheizen. Wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen der Pekinger Zollverwaltung hervorging, überstiegen die chinesischen Exporte in die USA die US-Einfuhren nach China um 22,2 Milliarden Dollar (18,3 Milliarden Euro). Im März waren es noch 15,4 Milliarden Dollar. Seit Anfang des Jahres stieg das US-Handelsdefizit damit auf 80,4 Milliarden Dollar, rund neun Milliarden Dollar mehr als in den ersten vier Monaten des Vorjahres.

Die angekündigten Sonderzölle auf Stahl- und Aluminium-Einfuhren aus Europa hat Washington zwar erneut ausgesetzt. Die Ausnahmeregelung für die EU-Staaten wurde jedoch nur um einen Monat auf 1. Juni verlängert.

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