Deutsche Firmen auf der Suche nach noch billigeren Standorten

- München - Auf der Suche nach möglichst billigen Produktionsstandorten ziehen deutsche Unternehmen nach Angaben der IG Metall von einem Land zum anderen. Viele Firmen, die ihre Fertigung vor einigen Jahren nach Ungarn verlagert hätten, drohten den Beschäftigten dort nun mit einem Umzug ins noch billigere Bulgarien oder Rumänien, sagte der Chef der IG Metall in Bayern, Werner Neugebauer. "Dort werden die Beschäftigten jetzt genauso erpresst wie hier." Ihnen werde gesagt, dass der Standort nur erhalten werden könne, wenn das Personal zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten bereit sei.

<P class=MsoNormal>Ein Ende dieser Entwicklung ist nach Ansicht von Neugebauer nicht in Sicht. Noch immer gebe es bei dem durchschnittlichen Monatslohn eines Facharbeiters ein gewaltiges Gefälle. Während er in Deutschland bei rund 2200 Euro liege, verdiene ein Facharbeiter in Ungarn oder Slowenien 800 Euro. In Bulgarien seien es 200 Euro und in Rumänien nur 150 Euro oder weniger.</P><P class=MsoNormal>Um das Lohndumping zu stoppen, müssen die Gewerkschaften in den Ländern nach Ansicht von Neugebauer noch enger zusammenarbeiten und so dafür sorgen, dass die Länder nicht gegeneinander ausgespielt werden können. "Wir haben 100 Jahre Erfahrung mit dem Kapitalismus, die Kollegen erst 10."</P><P class=MsoNormal>Nach EU-Recht müssen Landwirte, die polnische Saisonarbeiter beschäftigen, hohe Beiträge an die polnische Sozialversicherung zahlen. Der Beitrag mache mit 48 Prozent fast die Hälfte des Arbeitslohnes aus. Gut 20 Prozent entfielen auf den Arbeitgeber, knapp 28 Prozent auf den Arbeitnehmer. Damit werde die Beschäftigung von Polen unattraktiver.</P>

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