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Mit Last-Minute-Reisen ab an den Strand, in die Sonne.

Deutsche fliehen vor Gummistiefelwetter

Hannover - Der August fällt daheim ins Wasser - und die Deutschen flüchten in die Sonne. Last-Minute-Reisen boomen derzeit wegen des schlechten Wetters.

Immer mehr Deutschen sind genervt von dem schmuddeligen Sommerwetter und fliehen kurzfristig in sonnigere Regionen rund ums Mittelmeer. Reiseveranstalter berichten von außergewöhnlich hohen Zahlen kurzfristiger Buchungen. Obwohl viele Urlauber in diesem Jahr schon besonders früh gebucht haben - diejenigen, die eigentlich nicht in die Ferien fliegen wollten, scheinen sich angesichts der trüben Aussichten zu Hause oft doch spontan noch anders zu entscheiden.

Der größte europäische Anbieter von Last-Minute-Reisen, der Tui-Ableger L'Tur, registrierte teilweise über 20 Prozent mehr kurzfristige Buchungen als im vorigen Jahr. “Das Wetter hat für einen tollen Last-Minute-Sommer gesorgt“, sagte eine Sprecherin des Veranstalters in Baden-Baden. Auch beim Marktführer Tui in Hannover heißt es, das schlechte Wetter locke die Deutschen vermehrt ans Mittelmeer. Kurzfristig werde kräftig gebucht, sagte eine Tui-Sprecherin. Die Abreisen im August lägen deutlich höher als im vergangenen Jahr. Das liege zwar auch an späten Ferienterminen, aber das schlechte Wetter trage ebenfalls dazu bei. Der verregnete Sommer beflügele derzeit das Last-Minute-Geschäft.

Die Nummer zwei der Branche, Thomas Cook mit der Hauptmarke Neckermann, berichtet gleichfalls von einer starken Nachfrage in diesem Sommer, die etwa zwei Prozent über dem Vorjahr liege. Die klassischen Sonnenziele Türkei und Spanien seien aber bereits fast ausgebucht, so dass nur noch sehr flexible Urlauber eine passende Reise fänden, sagte ein Sprecher in Oberursel bei Frankfurt. Die Regionen hätten wie auch Griechenland von den Problemen in Nordafrika profitiert. Ein direkter Zusammenhang zum schlechten Wetter hierzulande sei zwar zu vermuten, aber nicht nachweisbar.

Auch die Rewe-Touristik mit ITS, Jahn-Reisen und Tjaereborg verzeichnet derzeit eine starke Nachfrage. Die Buchungen für September seien außergewöhnlich gut. Der August sei nahezu ausgebucht, sagte ein Sprecher.

Spontane Ferientrips an Nord- und Ostsee oder in die anderen deutschen Erholungsgebiete fallen dagegen oft aus. Grund zur Klage haben die Gastbetriebe dort dennoch nicht. Denn Deutschland-Urlaub liegt im Trend. Und wer einmal gebucht habe, der komme auch. Es fehlten zwar die Tagestouristen, aber Absagen gebe es kaum, heißt es etwa mit Blick auf Nordsee-Ziele. Das Publikum lasse sich vom Wetter so schnell nicht abschrecken: In Deutschland erwarte man eben nicht durchgehend Sonne und Hitze.

dpa

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