Deutsche Hersteller holen auf

München - Zuletzt wurde den deutschen Autobauer vorgeworfen, sie setzten zu sehr auf klimaschädliche Spritfresser. Tatsächlich nähern sich BMW, VW und Co. den Umweltstandards der mit der Hybrid-Technik führenden Japaner langsam an.

Neue Modelle in der kleineren Kompaktklasse und Familienautos von Audi, BMW oder Volkswagen hätten einen geringeren Verbrauch und CO2-Ausstoß als bisher, teilte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Mittwoch in Berlin mit. In der aktuellen "VCD-Auto-Umweltliste" mit über 350 Modellen liegen die Japaner aber weiterhin vorn: Von den besten zehn Fabrikaten stammen sieben aus der asiatischen Industrienation.

Gesamtsieger in punkto Verbrauch, Schadstoffe und Lärm wurde wie im Vorjahr der Honda Civic Hybrid vor dem Toyota Prius ebenfalls mit Hybrid, also einem Elektro-Zusatzmotor. Mit großem Abstand folgen die punkt- und fast baugleichen Drillinge Citroën C1, Peugeot 107 und Toyota Aygo auf Platz drei. Als einziger deutscher Pkw schafft es erneut nur der VW Polo BlueMotion unter die Top Ten. Allerdings können die deutschen Hersteller bei den Familienautos und in der Kompaktklasse durch innovative Technik punkten ­ vor allem bei Pkw, die ab Herbst lieferbar sind.

"Wir begrüßen, dass die deutschen Autohersteller endlich auch auf verbrauchsarme Pkw setzen", sagte VCD-Vorstandsmitglied Hermann-Josef Vogt. Beim Klimaschutz hinkten sie aber nach wie vor den Japanern hinterher. "Außerdem dürfen die Ergebnisse nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutschen Autobauer neben ihrer neu entdeckten Liebe zur Umwelt gleichzeitig den Absatz von geländegängigen Luxuslimousinen mit extrem hohen Verbrauchswerten vorantreiben."

In seiner Auto-Umweltliste bewertet der Verkehrsclub aktuelle Pkw-Modelle nach den Kriterien Verbrauch, Schadstoffausstoß und Lärm. In der Kompaktklasse belegt dabei der VW Golf 1.4 mit TSI-Ottomotor und neu entwickeltem Siebengang-Direktschaltgetriebe hinter dem Hybrid-Honda den zweiten Platz. Die Bronzemedaille teilen sich die Dieselfahrzeuge Audi A3 1.9 TDI e und der Golf 1.9 TDI BlueMotion.

Gut schneidet auch BMW mit seinen neuen Efficient-Dynamics-Modellen ab. "Bisher fast völlig unberührt von Umweltambitionen, kommen die Bayern mit der Kombiversion des BMW 318d erstmals auf Platz zwei bei den Familienautos", urteilt der VCD. Im Vergleich zum Vorgängermodell verbrauche er unter anderem durch den Einsatz einer Start-Stopp-Automatik und einer Bremsenergierückgewinnung einen Liter Diesel weniger.

Insgesamt 71 der geprüften Fahrzeuge erhalten vom VCD die Bewertung: "Wenn ein Auto, dann so eins!" Sie erreichen mindestens 6,65 von zehn möglichen Umweltpunkten und stoßen weniger als 140 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Trotzdem werde die Autoindustrie ihre Selbstverpflichtung, den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagen in Europa bis 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu senken, verfehlen, kritisierte der VCD.

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