Deutsche Hersteller rasen am lahmenden US-Automarkt davon

- München - Eine deutsche Schlüsselbranche rennt in Richtung Aufschwung davon. Die Automobilwirtschaft blickt optimistischer in die Zukunft als die meisten anderen Industriezweige. Nur zwei Prozent der befragten Pkw-Hersteller erwarten für die nächsten sechs Monate eine Verschlechterung der Lage.

<P>Diese Zahl ergab die Ifo-Konjunkturumfrage. Immerhin 13 % erwarten Besserung und 85 % Stabilität. Die aktuelle Lage beurteilen 11 % als gut, 79 % befriedigend und nur 10 % als schlecht. "Für die nahe Zukunft erwarten die Pkw-Hersteller einen gebremsten Auftrieb", sagte Konjunkturexperte Gernot Nerb gegenüber dem Branchenblatt "Automobilwoche". Eine Umfrage der Zeitschrift weist in die gleiche Richtung. </P><P>Besonders optimistisch zeigen sich die Franzosen: Renault-Chef Jaques Rivoal spricht von einem guten Auftragseingang. Der Chef von Peugeot Deutschland, Hartwig Hirtz, will die 18 % Absatzsteigerung im ersten Halbjahr fortführen. BMW-Chef Helmut Panke will den Absatz aller Marken steigern. Von zehn befragten Zulieferern äußerten sich laut "Automobilwoche" neun positiv.<BR><BR>Von Flaute keine Spur. Als Turbo für die deutschen Hersteller erwies sich im Juli erneut der ansonsten lahmende US-Markt. Der US-Gesamtabsatz aller in- und ausländischen Autoanbieter ist gegenüber um rund 4,5 % auf etwa 1,5 Millionen Autos geschrumpft. GM verlor 5,5 % auf 458 022 Autos. Ford verkaufte 297 265 Autos, minus 7,1 %. Chrysler gab um 8 % auf 178 408 Stück nach.<BR>Die Mercedes-Benz USA erhöhte den Verkauf um 25,5 % auf das Rekordniveau von 18 742 Stück. Der BMW-Konzern steigerte seinen US-Gesamtabsatz im Juli um 15 % auf 25 189 Autos (BMW +16 %, Minis +7,6 %).<BR><BR>Der Porsche-Absatz wurde durch den Cayenne gepfeffert. 1354 der Geländegängigen Fahrzeuge ließen den Absatz um 12 % auf 2551 Autos steigen. Der Boxster brach auf 499 (1259) Stück ein, der 911 auf 698 (1027). Bei der Volkswagen of America hat sich der Touareg-Geländewagen im ersten vollen Verkaufsmonat sehr gut entwickelt. Es wurden 1289 Stück ausgeliefert. Dagegen verlor VW im wichtigen US-Markt mit dem Jetta, dem Golf und dem Passat stark an Boden. Der Gesamtabsatz fiel deshalb um 20 Prozent auf 25 674 Autos.<BR><BR>Die Audi of America hat ihren Juli-Verkauf hingegen um 11,2 % auf 7973 Autos erhöht. Der neue A8 hatte einen guten Start. Der A4 war ebenfalls gefragt, während der A6 Federn lassen musste.<BR><BR>Auch die beiden japanischen Anbieter Toyota und Honda nahmen Detroit trotz erheblich geringerer Verkaufshilfen (die US-Hersteller bieten bis zu 4000 Dollar je Auto) Kunden und Marktanteile ab.<BR><BR>Während die französischen Hersteller - hier Peugeot - an Boden gewinnen, bauen auch die deutschen Autoriesen ihre Marktanteile in den USA trotz der dort allgemein lahmen Autokonjunktur weiter aus.</P>

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