+
IBM will "Kompetenzen rund um den Erdball nutzen".

Deutsche IBM-Mitarbeiter müssen um Jobs zittern

Düsseldorf - Offenbar plant der IBM-Konzern in Deutschland einen radikalen Stellenabbau. Das Unternehmen setze künftig mehr auf freie Mitarbeiter. Eine offizielle Stellungnahme gibt es noch nicht.

Die deutschen Mitarbeiter des IT-Konzerns IBM müssen offenbar um ihre Jobs bangen. “Am Ende kann es sein, dass nur noch 12.000 der derzeit 20.000 Jobs in der Landesgesellschaft übrig bleiben“, zitiert das “Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) ein Mitglied der deutschen IBM-Führung. Der Stellenabbau solle mittelfristig, also in den nächsten Jahren erfolgen. Mehrere unabhängige Quellen bestätigten die Pläne. Eine Sprecherin des Konzerns sagte lediglich: “Wir kommentieren keine Gerüchte und Spekulationen.“

Die Pläne sind dem Bericht zufolge Teil eines bereits laufenden Programmes namens “Liquid“ (deutsch: flüssig), das die Arbeitsorganisation flexibler machen soll. IBM will Projekte in Zukunft offenbar stärker auf Internetplattformen ausschreiben und setzt deswegen mehr auf freie statt fest angestellte Mitarbeiter.

IBM galt in der Welt der IT-Konzerne als Trendsetter. Früh öffnete sich das US-Unternehmen für die Netzgemeinde, schrieb Aufträge aus und sicherte sich so die beste Expertise weltweit, statt nur auf das Wissen im eigenen Haus zu setzen.

Wer kassiert wie viel? Die 30 Topverdiener unter den deutschen Konzern-Bossen 2010

So viel kassierten die Bosse der Dax-Konzerne 2011

Allerdings bringt eine solche Entwicklung auch massive Nachteile mit sich. Sie “kann massive Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und die Anzahl sicherer Arbeitsplätze haben“, warnte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bereits im Dezember in der IBM-Mitarbeiterzeitschrift.

Die Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Martina Koederitz, gibt sich beim Thema Personal bedeckt. Nicht einmal die genaue Zahl der derzeit in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter will sie nennen. Sie verweist aber auf die Bedeutung des Standortes. “Deutschland ist der viertgrößte IT-Markt der Welt. Es ist ein Leitmarkt“, sagte sie.

Das Ziel von IBM weltweit sei der global integrierte Konzern, bei dem “Kompetenzen rund um den ganzen Erdball“ genutzt werden. Die einzelnen Standorte sollten dann ihren jeweiligen Stärken entsprechend zum Gesamterfolg des Unternehmens beitragen. Für IBM Deutschland heiße das: “So wie sich das Portfolio verändert, verändert sich auch die Belegschaft.“

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Flughafen BER: Es gibt gute Nachrichten!
Ein Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen ist zwar immer noch nicht in Sicht. Doch es gibt gute Nachrichten zum Flughafen BER.
Flughafen BER: Es gibt gute Nachrichten!
USA verklagen Fiat Chrysler wegen Diesel-Abgasmanipulation
USA verklagen Fiat Chrysler wegen Diesel-Abgasmanipulation. Die US-Umweltbehörde wirft dem Unternehmen vor bei Diesel-Autos die Abgaswerte im Test mit einer Software …
USA verklagen Fiat Chrysler wegen Diesel-Abgasmanipulation
Dax profitiert von guten Wirtschaftsdaten
Frankfurt/Main (dpa) - Gute Konjunktursignale aus Europa haben dem Dax am Dienstag etwas Auftrieb gegeben. Vor allem das Rekordhoch des Ifo-Geschäftsklimas sorgte für …
Dax profitiert von guten Wirtschaftsdaten
Brüssel will Euro-Einführung in allen EU-Ländern bis 2025
Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission plädiert dafür, dass bis 2025 alle EU-Länder den Euro einführen.
Brüssel will Euro-Einführung in allen EU-Ländern bis 2025

Kommentare