+
Der Windpark “Gwynt y Môr“ (walisisch: Wind im Meer) sei mit einer Leistung von 576 Megawatt der weltweit größte Windpark (symbolbild).

Deutsche Konzerne bauen größten Windpark

Hamburg/München/Essen - Deutsche Konzerne bauen den bislang größten Windpark im Meer. Vor der walisischen Küste sollen 160 Windanlagen 576 Megawatt Strom erzeugen.

Mehr als zwei Milliarden Euro wird ein Gemeinschaftsunternehmen aus RWE Innogy, Siemens und den Stadtwerken München in 160 Siemens-Windanlagen vor der walisischen Küste investieren, teilten die Unternehmen am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, sagte der Chef von RWE Innogy, Fritz Vahrenholt, am Donnerstag vor dem “Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten“. Die RWE- Tochter für erneuerbare Energie ist mit 60 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligt, die Stadtwerke mit 30 und Siemens mit 10 Prozent. Der Auftragswert für Siemens beträgt rund 1,2 Milliarden Euro.

Der Windpark “Gwynt y Môr“ (walisisch: Wind im Meer) sei mit einer Leistung von 576 Megawatt der weltweit größte Windpark, für den die Investitionsmittel freigegeben seien, sagte Vahrenholt. In der Pipeline gibt es allerdings noch Projekte von ganz anderer Größenordnung, deren Realisierung noch nicht so weit vorangeschritten ist. Das größte ist ein geplanter Windpark nahe der Dogger Bank in der Nordsee mit einer geplanten Leistung von 9000 Megawatt; das entspricht ungefähr sieben Kernkraftwerken. “Gwynt y Môr“ soll ab 2013 Strom liefern und wird 2014 fertiggestellt. Es soll den Jahresbedarf von rund 400 000 britischen Haushalten decken. Das gesamte Areal 13 Kilometer vor der Küste von Nord-Wales umfasst 124 Quadratkilometer; der Bereich mit den Windturbinen ist 79 Quadratkilometer groß.

Für RWE ist “Gwynt y Môr“ der fünfte Windpark, wobei die anderen Projekte zum Teil deutlich kleiner sind. Bis 2025 will der Energiekonzern den Anteil der erneuerbaren Energien in seinem Kraftwerkspark auf 30 Prozent hochschrauben. Gegenwärtig sind es weniger als fünf Prozent. Dabei setzt RWE vor allem auf Offshore- Windparks. In den Ausbau der erneuerbaren Energien investiere der Konzern rund 1,4 Milliarden Euro jährlich, das entspreche einem Viertel der Gesamtinvestitionen in die Energieerzeugung.

Vahrenholt kritisierte den schleppenden Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland. “Wir kommen nicht in die Puschen“, sagte er. So dauere es drei Jahre, ein Kabel zum Anschluss des geplanten Windparks Nordsee Ost an das Stromnetz zu bauen. “Das ist nicht akzeptabel.“ Das Unternehmen RWE Innogy baut die meisten seiner Windparks rund um Großbritannien.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Banken in London erwägen Verlagerung von Jobs
Wenn Großbritannien die EU verlässt, welche Geschäfte werden Banken dann noch von London aus machen können? Mehrere Geldhäuser sorgen sich deswegen - und spielen mit dem …
Banken in London erwägen Verlagerung von Jobs
Früherer VW-Chef Winterkorn vor Abgas-Untersuchungsausschuss
Berlin/Wolfsburg - Winterkorn kommt - aber sagt er auch etwas? Grüne und Linke glauben, dass kaum ein Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss mehr über den Diesel-Skandal …
Früherer VW-Chef Winterkorn vor Abgas-Untersuchungsausschuss
Grüne Woche wird eröffnet - Bund stellt Tierwohlsiegel vor
Berlin (dpa) - Begleitet von Debatten über mehr Tierschutz wird heute in Berlin die Agrarmesse Grüne Woche eröffnet. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) gibt am …
Grüne Woche wird eröffnet - Bund stellt Tierwohlsiegel vor
Dax steigt wieder bis knapp 11 600 Punkte
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Mittwoch wieder etwas vorgewagt. Der Dax nahm erneut Tuchfühlung zur Marke von 11.600 Punkten …
Dax steigt wieder bis knapp 11 600 Punkte

Kommentare