Deutsche Konzerne sehen Gasstreit gelassen

- Berlin - Die deutschen Erdgasversorger sehen einem möglichen Importstopp im russisch-ukrainischen Gaskonflikt gelassen entgegen. Selbst wenn die Ukraine den Gashahn für die Transitpipeline von Russland nach Westeuropa vorübergehend zudrehe, sei die deutsche Versorgung gesichert.

Das teilte der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) in Berlin mit. Im äußersten Fall könne die Bundesrepublik allein aus deutschen Gasspeichern rund 75 Tage lang versorgt werden.

Deutschland deckt seinen Gasbedarf nach Angaben des Verbands zu 35 Prozent aus Russland. Ein Teil dieser Menge wird über die Ukraine, ein weiterer Teil über Weißrussland nach Deutschland geleitet. Weitere Gasimporte kommen aus Norwegen (24 Prozent), den Niederlanden (19 Prozent) sowie Großbritannien und Dänemark (zusammen 6 Prozent). Diese Liefermengen könnten teilweise erhöht werden, sagte BGW- Geschäftsführer Martin Weyand. Rund 16 Prozent des Verbrauchs deckt Deutschland aus eigenen Gasvorkommen.

Der russische Gasproduzent Gasprom hat der Ukraine im Streit um eine drastische Gaspreiserhöhung mit einem Lieferstopp gedroht. Im Gegenzug kündigte die Ukraine an, sie werde 15 Prozent des für Westeuropa bestimmten Gases als Gebühr einbehalten. Bei einem ähnlichen Streit hatte Weißrussland vor knapp zwei Jahren einen Tag lang den Gashahn seiner Transitpipeline zugedreht. Die deutschen Versorger glichen den Ausfall mit Gas aus den übrigen Lieferquellen aus. "Damals hat der deutsche Kunde davon nichts gemerkt", sagte ein BGW-Sprecher.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Samsung führt Brände des Note 7 auf Batterie-Probleme zurück
Samsung hat sich viel Zeit genommen, um die Probleme bei seinem feuergefährdeten Vorzeige-Modell Galaxy Note 7 zu untersuchen. Der Smartphone-Marktführer will verlorenes …
Samsung führt Brände des Note 7 auf Batterie-Probleme zurück
Fünfte Absage: Brandenburg verärgert über BER-Aufschub
Berlin - Es lag lange in der Luft, dennoch ist jetzt, wo es ausgesprochen ist, der Unmut groß: Der neue Hauptstadtflughafen geht auch dieses Jahr nicht in Betrieb. Nun …
Fünfte Absage: Brandenburg verärgert über BER-Aufschub
Innogy-Chef erwartet baldigen Durchbruch bei Elektroautos
Als Chef eines der größten deutschen Energiekonzerne ist Peter Terium am Thema Elektroautos nah dran. Für E-Autos könnte bald der Durchbruch kommen, was Terium mit zwei …
Innogy-Chef erwartet baldigen Durchbruch bei Elektroautos
Deutsche Wirtschaft startet mit Rückenwind ins Jahr 2017
Frankfurt/Main - Die deutsche Wirtschaft startet nach Einschätzung der Bundesbank mit Rückenwind ins Jahr 2017. Die Gründe dafür liegen vor allem im Vorjahr.
Deutsche Wirtschaft startet mit Rückenwind ins Jahr 2017

Kommentare