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Für Passagiere des Billigfliegers Ryanair steigt die Hoffnung, dass Streiks bei Europas größtem Billigflieger in diesem Sommer noch vermieden werden könnten. Foto: Thomas Frey

Urabstimmung kommt

Ryanair und deutsche Piloten sondieren

Der Weg zum Pilotenstreik bei dem Billigflieger ist noch lang. Kaum wurden die Verhandlungen abgebrochen, gibt es schon wieder neue Sondierungsgespräche.

Frankfurt/Main (dpa) - Trotz abgebrochener Tarifverhandlungen ist der Gesprächsfaden zwischen der irischen Fluggesellschaft Ryanair und ihren Piloten in Deutschland nicht ganz abgerissen.

Für Mitte kommender Woche sei ein erneutes Sondierungsgespräch verabredet, sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt. Für Passagiere des Billigfliegers steigt damit die Hoffnung, dass Streiks in diesem Sommer noch vermieden werden könnten.

Zuvor werde allerdings der Gewerkschaftsvorstand die bereits angekündigte Urabstimmung beschließen und einleiten, kündigte die VC an. Hier sollen die an den zehn deutschen Basen stationierten Ryanair-Piloten darüber abstimmen, ob sie für ihre Forderungen nach höherer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen notfalls in einen unbefristeten Streik treten würden. Maßstab für die Forderungen seien die Tarifbedingungen bei den Konkurrenten Tuifly, Condor und Easyjet.

"Wir wissen schließlich nicht, was bei den Sondierungsgesprächen herauskommt", sagte VC-Sprecher Janis Schmitt der Deutschen Presse-Agentur. In den bisherigen Verhandlungen habe sich das Management mehrfach sehr unkooperativ verhalten, Termine nicht eingehalten und bereits vereinbarte Dinge wieder vom Tisch gezogen.

Die Urabstimmung solle über einen Zeitraum von vier Wochen mit Stimmabgabe im Internet durchgeführt werden, so dass mit einem Ergebnis nicht vor Ende Juli zu rechnen wäre. Warnstreiks seien bis dahin zwar rechtlich möglich, aber bislang nicht geplant, erklärte der VC-Sprecher.

Grundsätzlich bleibe die VC auch während der Urabstimmung offen für Lösungsansätze. "Letztlich ist es nicht unser Ziel zu streiken, sondern einen Tarifabschluss für unsere Mitglieder abzuschließen", sagte Schmitt. Wie viele der rund 400 Ryanair-Piloten in Deutschland bei VC organisiert sind, wollte er nicht sagen. "Wir würden es aber nicht wagen, wenn wir nicht von unserer Schlagkraft überzeugt wären."

Einen ersten Warnstreik in Deutschland hatte die VC kurz vor Weihnachten 2017 gestartet. Damals hatte es Ryanair allerdings mit Ersatzmannschaften geschafft, sämtliche geplanten Flüge in die Luft zu bekommen. In diesem Jahr hat es zudem Streiks portugiesischer Flugbegleiter gegeben, die zu mehreren Flugausfällen führten. Auch in Irland haben aktuell Ryanair-Piloten mit Streiks gedroht. Das Unternehmen äußerte sich bislang nicht.

Ryanair-Unternehmensseite

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