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Trotz eines weiterhin boomenden Paket- und Expressgeschäfts schloss die Post das vergangene Jahr erstmals seit einigen Jahren mit weniger Gewinn ab.

Gewinndelle

Deutsche Post mit Kratzern in der Bilanz 2015

Troisdorf - Einen großen Knaller führte Postchef Appel nicht im Bilanzpaket. Die Ergebnisprognose hatte er schon im Herbst kassiert und Wind aus den Segeln genommen. Der Konzern sieht sich trotz Gewinndelle auf Kurs.

Die Deutsche Post schaltet nach dem massiven Einbruch der Gewinne im vergangenen Jahr wieder um auf Wachstum und will die Ergebnisse sprudeln lassen. "Wir haben die Basis gelegt, um die Strategie 2020 zu erfüllen", sagte Vorstandschef Frank Appel bei der Bilanzvorlage im DHL-Innovationszentrum in Troisdorf bei Bonn. 2015 sei ein Jahr des Übergangs gewesen.

Zwar verbuchte der Logistikriese einen kräftigen Gewinnrückgang. Doch die Einbußen beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern um gut 18 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro sollen schon diesem Jahr wettgemacht und mindestens eine Milliarde Euro als operatives Ergebnis erzielt werden. Bis 2020 hat sich das Unternehmen ein Ergebnisplus von 8 Prozent vorgenommen, womit mehr als 5 Milliarden Euro angepeilt werden.

Belastungen in der Frachtsparte

Die Belastungen in der Frachtsparte beim Aufbau eines neuen IT-Systems, aber auch die Kosten von wochenlangen Streiks, hatten den Konzern 2015 in die Bredouille gebracht. So kassierte die Post bereits im Herbst ihre Gewinnprognose deutlich nach unten. Bereits im vierten Quartal kamen die Bonner bereits wieder in Tritt.

Für die Postaktionäre bleibt alles wie bisher: Sie sollen für 2015 wie schon im Vorjahr mit einer Ausschüttung von 85 Cent je Aktie bedient werden. Beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen, das weltweit fast eine halbe Million Menschen beschäftigt, ein Plus von 4,6 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro.

Unterdessen knüpft der Konzern in Europa sein Paketnetz immer dichter. Der Chef der Sparte Post, eCommerce, Paket (PeP), Jürgen Gerdes, kündigte den Einstieg in die Paketmärkte unter anderem in Finnland, Schweden, Norwegen, Litauen, Lettland und Estland an. Damit wäre die Post in dem boomenden Geschäftsfeld bereits in 16 europäischen Ländern aktiv. Die Bonner wollen bei der Zustellung auch mit Partnern vor Ort zusammenarbeiten.

Packstationen über Deutschland hinaus exportieren

Inwieweit die Post ihre in Deutschland erfolgreichen Packstationen in weiteren Ländern aufbaut, wollte Gerdes noch nicht verraten. Bisher betreibt der Konzern in seinem Heimatland etwa 2750 Packstationen sowie weitere 150 verteilt auf Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Österreich.

Von den Avancen des US-Onlineriesen Amazon, der auch in der Zustellung aktiv werden möchte, wollen sich die Post-Manager nicht verunsichern lassen. Mit einem eigenen Zustelldienst würde Amazon den Branchenprimus Post, aber auch dessen Konkurrenten herausfordern. "Es ist schön, wenn sich Unternehmen für unseren Markt interessieren", sagte Appel. Dies zeige nur, wie attraktiv dieser sei.

Amazon bleibe weiter ein Kunde der Post: "Wir sind völlig entspannt und unaufgeregt", sagte Briefchef Gerdes. In München testet der Onlinehändler derzeit die Zustellung in Eigenregie. Derzeit ist aber nicht klar, in welchem Umfang Amazon ins Paketgeschäft einsteigen will. Dem "Handelsblatt" hatte der Europa-Logistik-Chef von Amazon gesagt: "Wir wissen, dass wir Logistik sehr gut können."

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