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Briefe werden künftig teurer

Briefmarke als Luxusgut

Saftiger Preisanstieg: Deutsche Post plant nächste Portoerhöhung - eine Hürde bleibt

Die Deutsche Post erhöht ihr Beförderungsentgelt massiv. Noch ist die geplante Änderung allerdings nicht abgesegnet.

Update vom 18. April 2019: Das Brief-Porto könnte in Deutschland sogar noch mehr steigen als zunächst angenommen. Die Bundesnetzagentur stimmte einer Erhöhung zu.

Ein Standardbrief für 20 Pfennig. Das ist Jahrzehnte her. Der Portopreis steigt seit Jahren kontinuierlich. Im Januar kündigte die Deutsche Post erneut eine Preiserhöhung an - von aktuell 70 auf 80 Cent. Doch selbst das scheint nicht genug zu sein. Künftig könnte eine Brief 85, oder gar 90 Cent kosten.Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) . Die Zeitung beruft sich dabei auf einen Entwurf zur Änderung der Post-Entgeltregulierungsverordnung des Bundeswirtschaftsministeriums, der der Zeitung vorliegt.

Portoerhöhung: Preisanstieg um 29 Prozent

Der Grund: Wegen der Digitalisierung sinkt die Briefmenge seit Jahren - um profitabel wirtschaften zu können, pocht das ehemalige Staatsunternehmen auf eine satte Erhöhung. Schließlich seien die Kosten mehr oder weniger gleich geblieben, dazu käme die Verpflichtung Briefe flächendeckend jeden Werktag in ganz Deutschland zustellen zu müssen. Sollte das Porto tatsächlich auf 90 Cent erhöht werden, dann wäre das ein Preisanstieg um fast 29 Prozent. 

Allerdings darf die Deutsche Post das nicht allein entscheiden. Jede Portoerhöhung unterliegt einer Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Die aber hatte, so berichtet die FAZ, im Januar der Post einen Dämpfer versetzt. Die Regulierungsbehörde gewährte dem Bonner Konzern damals einen wesentlich geringeren Spielraum für eine Preiserhöhung von 4,8 Prozent für alle regulierten Produkte zusammen. Der Standardbrief hätte damit höchstens auf 80 Cent steigen können, die anderen Briefsorten hätten etwa gleich teuer bleiben müssen. 

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Im Sommer werden Briefe teurer

Der Post war das zu wenig. Nun bekommt das Unternehmen Rückendeckung aus der Regierung. Bis zu der möglichen Preiserhöhung dauert es allerdings noch bis zum Sommer. Der ursprünglich geplante Termin, 1. April, wird laut der FAZ nicht einzuhalten sein. Damit die Post ihr Porto weiter als geplant erhöhen kann, benötige sie das finale Go vom Bundeswirtschaftsministerium. Das Verfahren zur Ermittlung des Preises zwischen Bundesnetzagentur und Deutscher Post laufe derzeit noch. 

Zum letzten Mal wurde das Briefporto 2016 erhöht. Der Preis für einen Standardbrief stieg damals von 62 auf 70 Cent. Auch die neuen Preise werden voraussichtlich drei Jahre lang gültig sein.

vg

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