Deutsche Post stockt Jahresziel auf

Frankfurt - "Wir werden einen Reihe von langfristigen Maßnahmen einführen, die dabei helfen sollen, die Profitabilität zu verbessern, mehr Cash zu generieren, unsere Aktionäre stärker am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen und die Transparenz zu erhöhen", kündigte Post-Chef Klaus Zumwinkel am Donnerstag in Frankfurt an.

Zur Verbesserung der Transparenz wird die Post den Bereich Services entflechten, der bislang gewisse Kosten der operativen Sparten in sich zusammenfasst. Analysten hatten diesen Schritt seit langem gefordert. Wie erwartet führt die Post eine zusätzliche Kennziffer ein, den EBIT after Asset Charge. Damit passen sich die Bonner den Gepflogenheiten der Branche an. In Zukunft will die Post nur noch einen konkreten Ergebnisausblick für das folgende Jahr ausgeben. Dadurch lasse sich die Unsicherheit aufgrund von regionalen Wirtschaftsflauten verringern.

Für das Gesamtjahr hob die Post das Ziel für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von mindestens 3,6 Milliarden auf rund 3,7 Milliarden Euro an. Für das kommende Jahr gab die Post ein EBIT-Ziel von 4,2 Milliarden Euro aus. Dabei soll die Briefsparte mit 1,9 Milliarden Euro weiterhin den Löwenanteil des EBIT stellen. Das Expressgeschäft soll 650 Millionen Euro beitragen, die Logistiksparte 1,05 Milliarden Euro. Mit Finanzdienstleistungen will die Post 2008 einen EBIT-Beitrag von 1,15 Milliarden Euro erzielen.

Für 2009 senkte die Post allerdings das EBIT-Ziel von 5,2 auf 4,7 Milliarden Euro. Das Ziel, bis 2009 das defizitäre amerikanische Expressgeschäft in die schwarzen Zahlen zu treiben, bekräftigte die Post nicht mehr.

Das angepeilte EBIT-Wachstum will die Post mit einem spartenübergreifenden Programm unterstützen. Bis Ende 2009 plant Zumwinkel, damit eine Milliarde Euro zu generieren. Zudem plant die Post das Nettoumlaufvermögen um 700 Millionen Euro zu verringern. Eine weitere Milliarde Euro soll der Verkauf von Immobilien und anderen nichtstrategischen Vermögenswerten einbringen und an die Aktionäre ausschütten. "Wenn das Geld da ist, werden wir entscheiden, welche Form das annimmt", sagte Finanzvorstand John Allan am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz. Denkbar seien Aktienrückkäufe oder eine Sonderdividende. Die Dividende für das laufende Jahr erhöhte Zumwinkel bereits heute. Sie soll von 75 Cent für das vergangene Jahr auf 90 Cent steigen.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz dank guter Geschäfte in den Sparten Express, Logistik und Finanzdienstleistungen von 14,893 auf 15,638 Milliarden Euro (Prognose 15,75 Mrd Euro). Der Gewinn vor Zinsen und Steuern, dem wichtigsten Kennwert für das operative Geschäft, schrumpfte von 1,030 Milliarden auf 841 Millionen Euro (Prognose 809 Mio Euro). Unterm Strich sank der Überschuss von 539 auf 350 Millionen Euro, verglichen mit der Prognose von 451,5 Millionen Euro. Der erwartete Gewinnrückgang ergibt sich aus positiven Einmaleffekten im Vorjahresquartal. Damals hatte die Post durch Posten wie den Verkauf der BHW-Leben und PB-Leben einen Sonderertrag knapp 400 Millionen Euro eingestrichen. (dpa)

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