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Seit Jahren schrumpft die Zahl der Briefe, die zugestellt werden.

Scharfe Kritik von Verdi

Test bei der Deutschen Post: Briefe werden seltener zugestellt

Mit scharfer Kritik hat die Gewerkschaft Verdi auf ein Pilotprojekt der Deutschen Post für eine seltenere Briefzustellung reagiert.

Bonn - Wenn die Post Kunden anbiete, auf die tägliche Zustellung zu verzichten, "untergräbt sie die Auflagen einer flächendeckenden Grundversorgung", erklärte die Verdi-Vizevorsitzende Andrea Kocsis am Sonntag in Berlin. Die Post gefährde "einen wichtigen Bestandteil der Infrastruktur und damit auch die Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten".

Seit dem 1. Juli und noch bis Ende September testet die Post in 18 Bezirken in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland eine auf individuelle Wünsche zugeschnittene Zustellung. Ausgewählte Kunden konnten entscheiden, ob sie Briefe an drei Wochentagen (Dienstag, Donnerstag, Samstag), an fünf Tagen an den Arbeitsplatz oder als Sammelzustellung einmal die Woche sowie an den übrigen Tagen elektronisch erhalten möchten.

"Das Pilotprojekt ist ergebnisoffen", sagte ein Postsprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Es gehe darum, Kundenwünsche auszuloten. Die Grundversorgung sei nicht gefährdet, betonte er. An dem Projekt nähmen nur Kunden teil, die sich freiwillig dazu bereit erklärt hätten.

Die Post ist gesetzlich verpflichtet, flächendeckend an allen Werktagen Briefe zuzustellen. Zuerst hatte der "Bonner General-Anzeiger" (Samstagsausgabe) über das Pilotprojekt berichtet. Hintergrund ist das seit Jahren schrumpfende Briefaufkommen.

afp

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