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Bald bringt der Briefträger die SMS und E-Mails ins Haus.

Deutsche Post will aus E-Mails Briefe machen

München - Die Deutsche Post will mit ihrem Briefgeschäft ins Internet expandieren. Aus einer E-Mail oder SMS will der Konzern künftig Briefe machen.

Künftig könnten Kunden einen Brief am Computer oder dem Handy verfassen und der Logistikkonzern stelle diesen als herkömmlichen Brief in Papierform zu, sagte der für das Briefgeschäft zuständige Post-Vorstand Jürgen Gerdes dem "Münchner Merkur" (Samstagausgabe). Zudem wolle die Deutsche Post eine besonders zuverlässige Form des elektronischen Briefes einführen, die der herkömmlichen E-Mail Konkurrenz machen soll.

"Wir wollen das Briefgeheimnis, für das wir seit über 500 Jahren stehen, ins Internet transferieren", sagte Gerdes. "Wir starten dazu diesen Monat einen internen Test mit Mitarbeitern und Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres einen Pilottest am Markt." Gerdes verteidigte die Pläne des Konzerns für längere Arbeitszeiten bei seinen Zustellern in Deutschland. "Wenn wir jetzt die richtigen Maßnahmen treffen, können wir auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten", sagte Gerdes dem "Müchner Merkur".

"Wenn wir noch ein paar Jahre warten, ist es möglicherweise zu spät. Ich möchte nicht irgendwann meinen Leuten in die Augen schauen und sagen müssen: ,Jetzt muss ich vielen von Euch betriebsbedingt kündigen, weil wir nicht rechtzeitig die Probleme angepackt haben, obwohl wir sie kannten'.“

Um wie viel die Wochenarbeitszeit von bislang in der Regel 38,5 Stunden verlängert werden könne, müsse in Gesprächen mit Gewerkschaften und Betriebsräten überlegt werden, erklärte Gerdes. "Ich stelle aber fest: 40 statt 38,5 Stunden Arbeit pro Woche wären 18 Minuten am Tag mehr." Der Brief-Vorstand der Deutschen Post schloss auch Lohnkürzungen bei den Zustellern nicht aus. "Ich wünsche mir, dass wir eine moderate Arbeitszeitverlängerung bei unseren aktuell Beschäftigten hinbekommen und das Thema Lohnsenkung im Wesentlichen auf Neueinstellungen beschränken können", sagte Gerdes.

Von Dominik Müller

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