Deutsche sparen pro Kopf 160 Euro monatlich

- Wiesbaden - Rund 160 Euro im Monat haben die Bundesbürger im Durchschnitt im ersten Halbjahr 2006 auf die hohe Kante gelegt. Damit sparten sie erneut gut zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens.

Sie verzichteten damit jeden Monat auf Konsumausgaben wie eine Digitalkamera oder einen Kurzurlaub auf Mallorca, die ebenfalls etwa 160 Euro kosten würden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ging die Sparquote hinter dem Komma leicht zurück, und zwar von 10,6 Prozent auf 10,4 Prozent. Insgesamt wurde jedoch wie im Vorjahreszeitraum eine Summe von 78 Milliarden Euro angespart. Das entspricht etwa dem Jahresumsatz von Siemens. Der kommende Montag (30.10.) ist der Weltspartag.

Die privaten Haushalte fütterten jedoch nicht nur ihre Sparschweine, sondern investierten auch kräftig: Netto kam dafür eine Summe von knapp 30 Milliarden Euro zusammen, die vor allem für den Wohnungsbau verwendet wurde. Mitte der 90er Jahre waren es allerdings noch 80 Milliarden Euro gewesen.

Bei der Sparquote liegt Deutschland hinter Frankreich oder Italien, ist aber weit entfernt von der Konsumlust der USA: Dort war die Quote zuletzt sogar leicht negativ - der Durchschnitts-Amerikaner gibt also mehr aus als er einnimmt. In Deutschland hatte die Sparquote in den 1970er Jahren Werte von 16 Prozent erreicht, die 9,2 Prozent während des Internet-Booms im Jahr 2000 waren der historische Tiefpunkt.

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