Deutsche Standardwerte mit leichten Kursverlusten

Frankfurt (dpa) - Die deutschen Aktienindizes haben am Mittwoch erneut leichte Kursverluste verzeichnet. Der DAX fiel um 0,53 Prozent auf 6.200,44 Punkte.

Unsicherheiten um die Zukunft der US-Investmentbank Lehman Brothers hätten die Wall Street am Vorabend deutlich unter Druck gebracht und für entsprechend schlechte Vorgaben für den deutschen Leitindex gesorgt, sagten Händler. Der MDAX, der zwischenzeitlich ins Plus geklettert war, stand am Mittag wieder mit 0,82 Prozent im Minus bei 8.003,81 Zählern. Das Technologiebarometer TecDAX fiel um 0,92 Prozent auf 752,18 Punkte.

Anhaltende Unsicherheit um die Zukunft von Lehman Brothers hat die Mehrzahl der deutschen Bankaktien belastet. Commerzbank-Aktien fielen um 0,55 Prozent auf 17,32 Euro. Hypo Real Estate (HRE) sanken mit minus 2,08 Prozent auf 16,48 Euro ans DAX-Ende.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren 1,33 Prozent auf 61,140 Euro. Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank wurden durch Äußerungen der Frankfurter Großbank neu entfacht. Die Deutsche Bank prüfe weiterhin Übernahmen im Privatkundengeschäft.

Es habe sich nichts an der Einschätzung geändert, dass die Deutsche Bank die Postbank als ein Institut sehe, "was uns in vieler strategischer Hinsicht stärken könnte", sagte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann bei der "Handelsblatt"-Tagung "Banken im Umbruch". Dies gelte sowohl im Privatkundenmarkt als auch als Distributionsnetz.

Postbank-Aktien stiegen daraufhin mit plus 2,84 Prozent auf 45,97 Euro an die DAX-Spitze. Der Auftritt des Postbank-Chefs Wolfgang Klein auf der "Handelsblatt"-Tagung wurde abgesagt. Laut Händlern heizt das Spekulationen an, dass die Absage mit dem möglicherweise noch diese Woche über die Bühne gehenden Postbank-Verkauf zusammenhängt. Dies wollte der Sprecher nicht kommentieren. Die Absage habe rein terminliche Gründe. Die Titel der Post stiegen um 1,27 Prozent auf 15,96 Euro.

Im MDAX fielen Leoni nach einem negativen Analystenkommentar um 3,78 Prozent auf 26,74 Euro ans Indexende. In einer Branchenstudie senkten die Analysten von HSBC die Aktien des Autozulieferers von "Neutral" auf "Underweight" und reduzierten das Kursziel von 36 auf 25 Euro. Bislang seien die Autozulieferer noch nicht wie die Autobauer vom aktuell schwachen Umfeld betroffen worden - das könne sich aber bald ändern, so die Analysten. Sie sehen die Gewinnziele für 2009 in Gefahr.

Tognum stiegen um 1,60 Prozent auf 14,00 Euro. Der Motorenbauer schreitet der "Financial Times Deutschland" zufolge mit dem Verkauf seiner Autozuliefersparte Rotorion voran. Der Prozess werde von der Investmentboutique Jefferies betreut und sei bereits in der zweiten Runde, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreisen. Die Zahl der Interessenten sei "übersichtlich", habe eine mit dem Prozess vertraute Person gesagt. Bisher habe sich Tognum für Rotorion alle Alternativen offen gehalten und ein Verkauf sei sicherlich nicht die schlechteste Option, sagte ein Händler.

Im TecDAX sackten Wirecard nur optisch ab. Nach Ausgabe neuer Aktien aus der Kapitalerhöhung standen die Aktien bei 6,31 Euro. Die neu ausgegebenen Papiere werden an diesem Morgen erstmals notiert. Ab dem 10. September werden den Wirecard-Aktionären die neuen Aktien in ihren Depots im Verhältnis vier zu eins gutgeschrieben. Die Kapitalerhöhung war am 24. Juni auf der Hauptversammlung von Wirecard beschlossen worden, um das Grundkapital aus Gesellschaftsmitteln um 20,36 Millionen Euro auf 101,79 Millionen Euro zu erhöhen. Die neuen Aktien sind zum 1. Januar 2008 gewinnberechtigt.

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