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Das Logo der Deutschen Telekom

Deutsche Telekom: gegründet 1995

Deutsche Telekom: Aktie, Geschäftsbereiche und die wirtschaftliche Entwicklung - alle Infos zum Telekommunikationskonzern aus Bonn

Durch die Privatisierung des einstigen Staatsunternehmens begann 1995 der Aufstieg der Deutsche Telekom AG zum globalen Telekommunikationsunternehmen. 

  • Die Deutsche Telekom AG ging aus dem Staatsunternehmen Deutsche Bundespost hervor.
  • Am 18. November 1996 starte die T-Aktie als Teil des Dax mit einem Ausgabekurs von 28,50 D-Mark.
  • Mit 80,5 Milliarden Euro Umsatz und rund 210.000 Mitarbeitern zählt die Deutsche Telekom AG zu den größten Telekommunikationsunternehmen weltweit.

Die Deutsche Telekom AG ist ein deutsches Telekommunikationsunternehmen und hat ihren Unternehmenssitz in Bonn. Am 1. Januar 2015 fand die Umwandlung der drei staatlichen Bundespost-Unternehmen Postdienst, Postbank und Telekom in Aktiengesellschaften statt. Am 18. November 1996 erfolgte der Börsengang des Unternehmens. Die T-Aktie startete mit einem Kurs von 28,50 DM. Seitdem ist die Aktie der Deutsche Telekom AG unter der WKN: 555750 und der ISIN: DE0005557508 im Dax gelistet und gehört auch zum EuroStoxx 50. Vorstandsvorsitzender des Unternehmens ist seit 1994 Timotheus Höttges, Ulrich Lehner ist Aufsichtsratsvorsitzender (Stand: August 2020). Zum Jahresende 2019 beschäftigte die Deutsche Telekom 210.533 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 80,5 Milliarden Euro. Kerngeschäft der Deutschen Telekom AG sind der Betrieb, die Instandhaltung und der Ausbau von Telekommunikationsnetzen, um den Betrieb von Informations- und Kommunikationsdiensten zu gewährleisten. Die Deutsche Telekom AG vereint zahlreiche Tochterunternehmen unter ihrem Dach, wie z. B. T-Mobile für das Mobilkundengeschäft und T-Systems für die Betreuung von Groß- und Geschäftskunden.

Der Börsengang der Deutschen Telekom – die T-Aktie geht an den Start

Am 1. Januar 1995 leitete die Umwandlung des bisherigen Staatsunternehmens, das unter dem Dach der Deutschen Bundespost als Deutsche Bundespost Telekom firmierte, die Privatisierung des Telekommunikationsunternehmens ein. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung erfolgte dann am 18. November 1996 ein IPO (initial public offering) von 713 Millionen Aktien zu einem Erstausgabekurs von 28,50 DM. Der Börsengang brachte der Deutschen Telekom AG somit rund 20 Milliarden D-Mark ein (heute rund 10 Millionen Euro). Eine weitere Kapitalerhöhung erfolgte am 28. Juni 1999 zu einem Preis pro Aktie von 39,50 Euro. Die Deutsche Telekom AG emittierte 281 Millionen Aktien und erzielte somit 10,8 Milliarden Euro an Einnahmen. Zum 31.03.2020 befanden sich 68,1 % aller Aktien der Deutsche Telekom AG in Streubesitz, die restlichen 31,9 % sind im Staatsbesitz Deutschlands. 14,5 % des Staatsbesitzes hält der Bund, während die restlichen 17,4 % im Besitz der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind. Im März 2000 erreichte die T-Aktie mit 104,90 Euro ihren bisherigen Höchststand. Doch bereits im August 2001 fiel die Aktie unter einen Wert von 20,00 Euro, den sie seitdem nicht mehr überschritt (Stand: August 2020). Die Marktkapitalisierung der Deutschen Telekom AG betrug im Mai 2020 rund 69,2 Milliarden US-Dollar.

Umstrukturierung der Deutsche Telekom AG: die vier Säulen des Ron Sommer

Um den Privatisierungsprozess voranzutreiben und das Telekommunikationsunternehmen aus Bonn zu einem global führenden Unternehmen aufzubauen, fand auch ein Wechsel in der Unternehmensführung der Deutschen Telekom AG statt. Am 16. Mai 1995 übernahm Ron Sommer das Amt, nachdem sein Vorgänger Helmut Ricke im Dezember 2014 zurückgetreten war. Ron Sommer trieb seine Ambitionen für die Deutsche Telekom AG in den nächsten Jahren weiter voran und führte die 4-Säulen-Strategie ein, wonach das Geschäftsmodell der Telekom auf vier Geschäftsbereichen beruht:

  • T-Com für den Geschäftsbereich Festnetz
  • T-Online für den Geschäftsbereich Internet
  • T-Mobile für den Geschäftsbereich Mobilfunk
  • T-Systems für den Geschäftsbereich IT-Dienstleistungen

Riskante und überteuerte Firmenzukäufe und Beteiligungen, eine fehlerhafte Unternehmensstrategie, der Kauf zu teurer Lizenzen für UMTS und der rasante Wertverlust der T-Aktie bedeuteten jedoch das Ende der Ära Sommer, der am 16. Juli 2002 als Vorstandsvorsitzender zurücktrat. Auch das Breitbandkabel-Netz musste die Telekom auf Druck der EU-Kommission in der Ära Sommer verkaufen. Als Kabel BW stieß das Unternehmen das Netz in Baden-Württemberg ab und auch die übrigen sechs Regionalgesellschaften veräußerte die Deutsche Telekom AG als Kabel Deutschland an Investoren.

Die Deutsche Telekom und ihr Kampf um den Mobilfunk – von UMTS über LTE bis zum neuen 5G

Um die Jahrtausendwende nahm der Mobilfunk gehörig an Fahrt auf und gewann im Vergleich zum Festnetz immer größere Bedeutung. Dies galt sowohl für Privatkunden als auch für Geschäftskunden der Deutsche Telekom AG. Die technische Entwicklung der Endgeräte erlaubte die Verarbeitung immer größerer Datenmengen. Entsprechend musste auch die Infrastruktur der Telekommunikation ausgebaut werden. Auch die Deutsche Telekom AG nahm daher an den Versteigerungen von Lizenzen für neue Mobilfunkstandards teil, welche die Verarbeitung größerer Datenmengen als zuvor ermöglichten.

Im Sommer 2000 ersteigerte die T-Mobile Deutschland GmbH eine von 6 Lizenzen des neuen Mobilfunkstandards UMTS für 16 Milliarden D-Mark. Der Mobilfunkstandard der dritten Generation, kurz 3G, erlaubte deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger, der GSM-Standard. Ende Mai 2010 erwarb das Telekommunikationsunternehmen aus Bonn dann Lizenzen für den Nachfolgestandard LTE (Long Term Evolution), der auch als 4G bezeichnet wird. Seit 2019 gewinnt der Mobilfunkstandard 5G zunehmend an Bedeutung, der nochmals höhere Datenraten als LTE erlaubt und durch erhöhte Frequenzkapazität niedrigere Latenzzeiten aufweist. Um das Frequenzspektrum vollständig für 5G nutzen zu können, beabsichtigt die Deutsche Telekom bis Ende 2021 den 3G-Standard UMTS abzuschalten.

Die Deutsche Telekom AG – nicht nur Konzentration auf das Kerngeschäft, sondern auch Erschließung neuer Geschäftsbereiche

Die Deutsche Telekom AG gehört zu den führenden Telekommunikationsunternehmen weltweit. Im Geschäftsbericht 2019 präsentierte das Unternehmen aus Bonn folgende Fakten:

  • 184 Millionen Kunden im Mobilfunk
  • 27,5 Millionen Anschlüsse im Festnetz
  • 21 Millionen Breitband-Anschlüsse

Das Kerngeschäft der Deutsche Telekom AG bleibt nach eigener Aussage auch weiterhin der Be- und Vertrieb von Netzen und Anschlüssen, sowohl für Privatkunden als auch für Großkunden und Geschäftskunden. Darüber hinaus will die Telekom aber auch neue Geschäftsbereiche erschließen und sich so für die Zukunft aufstellen. So ist das Unternehmen mittlerweile auch im Bereich Internetfernsehen (IP-TV) mit dem eigenen Format Magenta TV vertreten. Leistungsfähige Netze aufzubauen, die auch anderen Branchen neue Geschäftsfelder eröffnen, ist ein weiteres Unternehmensziel. Auch das Thema Umwelt- und Ressourcenschutz spielt bei der Telekom eine immer größere Rolle. Mit Smart-Home-Lösungen unterstützt das Unternehmen seine Kunden dabei, Energie einzusparen und Ressourcen zu schonen. Und auch integrierte Lösungen für Geschäftskunden und Medienkompetenz stehen auf der Agenda des Konzerns im Jahr 2020.             

25 Jahre Deutsche Telekom AG – vom Staatsunternehmen zum globalen Telekommunikationsunternehmen

Mit der Privatisierung im Jahr 1995 stieg die Deutsche Telekom AG zu einem der weltweit führenden Telekommunikationsunternehmen auf. Seit 1995 stieg der Umsatz des Unternehmens aus Bonn von 33 Milliarden Euro auf 80,5 Milliarden Euro im Jahr 2019. In mehr als 50 Ländern ist die Deutsche Telekom AG mit Tochterunternehmen und Beteiligungen präsent. Neben einem Schwerpunktengagement in Ländern Mittel- und Osteuropas ist die Telekom-Tochter T-Mobile USA seit Jahren ein wichtiger Bestandteil des Unternehmenserfolgs. 70 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaften Unternehmen und Beteiligungen außerhalb Deutschlands.

Waren 1995 noch rund 200.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, stieg die Gesamtmitarbeiterzahl seitdem zwar nur auf 210.000 Mitarbeiter an, diese sind nun aber weltweit in den Unternehmen der Telekom Gruppe beschäftigt. Die nächste große Herausforderung für das Telekommunikationsunternehmen ist die Etablierung von 5G als neuer Standard für den Mobilfunk. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG sieht hierin einen weiteren Meilenstein im Prozess der Digitalisierung. Abzuwarten bleibt, ob auch die T-Aktie hierdurch beflügelt wird. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt mit 15,00 Euro mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau wie vor fünf Jahren (Stand: 19.08.2020).

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