Deutsche Telekom erhält Milliardenauftrag von Shell

Bonn - Die Deutsche Telekom hat vom Ölkonzern Shell einen Milliardenauftrag erhalten. Das Unternehmen werde weltweit die Betreuung der Rechenzentren von Shell übernehmen, teilte die Geschäftskundensparte T-Systems am Montag in Bonn mit.

Der Auftrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ein Volumen von einer Milliarde Euro. Der Shell-Auftrag gilt für die IT-Branche als der größte in diesem Jahr.

Das niederländisch-britische Unternehmen will mit der Auslagerung der IT- und Telekombereiche seine Kosten massiv senken. Der Auftrag ist in drei Bereiche gegliedert: Während T-Systems für die Speicher-und Rechenzentren zuständig ist, übernimmt EDS die Nutzerbetreuung und AT&T den Netzbetrieb. EDS erhält nach eigenen Angaben eine Milliarde US-Dollar von Shell. Die Telekom setzte sich gegen die Konkurrenten Hewlett-Packard (HP) und IBM durch, die sich ebenfalls um den Betrieb der Rechenzentren beworben hatten.

Mit der Auslagerung wechseln 900 Mitarbeiter zur Deutschen Telekom, insgesamt sind 3000 Shell-Beschäftigte betroffen. Damit werde das internationale Expertenteam gestärkt, da alle neuen Beschäftigten außerhalb Deutschlands arbeiteten, hieß es bei der Telekom. Das internationale Geschäft von T-Systems erhält mit dem Shell-Auftrag einen kräftigen Schub: Der Auslandsanteil steige deutlich über 20 Prozent. Mit der Übernahme der Rechenzentren baut T-Systems zudem seine Position in den USA und Asien aus. "Der Ölkonzern sitzt an den für unser Geschäft strategisch besonders wichtigen Punkten wie etwa in Malaysia", sagte ein Sprecher.

T-Systems steht vor einer umfassenden Neuausrichtung, die am Dienstag in Kraft treten soll. Der neue T-Systems-Chef Reinhard Clemens bündelt die bislang getrennten Bereiche Enterprise Services (ES) und Business Services (BS). Mit dem Schritt will er die Struktur vereinfachen und die Kosten senken, wozu auch der Abbau von Arbeitsplätzen beitragen soll. T-Systems gilt mit seinen 56 000 Beschäftigen als Sorgenkind im Konzern.

Zur angepeilten Ergebnisverbesserung soll auch die kürzlich geschlossene Partnerschaft für den Bereich Systems Integration (SI) mit 15 000 Programmierern und IT-Spezialisten beitragen. Künftig kooperiert SI mit dem amerikanisch-indischen IT-Dienstleister Cognizant. Clemens verspricht sich von der Zusammenarbeit Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz.

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