Umwelthilfe mahnt Aldi und Rewe ab

Berlin - Der Streit um Einkaufstüten aus Bioplastik spitzt sich zu: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat nun auch juristische Schritte gegen die Supermarktketten Aldi und Rewe eingeleitet.

Der Verband mahnte die Einzelhandelsketten ab und fordert sie auf, die “Verbrauchertäuschung“ mit vermeintlich biologisch abbaubaren Plastiktüten zu beenden.

Die Unternehmen hätten eine Woche Zeit, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, sagte ein DUH-Sprecher am Freitag in Berlin. Ansonsten würde die Organisation Klage einreichen. DHU-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch betonte im Gespräch mit dapd, Ziel der Organisation sei es, dass die umstrittenen Tragetüten vom Markt verschwinden.

“Niemand wäre früher auf die Idee gekommen, Plastiktüten in die Biotonne zu stecken“, sagte der Umweltschützer der Nachrichtenagentur dapd. Doch genau diese geschehe nun mit den angeblich zu 100 Prozent kompostierbaren Tragetaschen. Dabei seien die Tüten in der Realität nicht kompostierbar und müssten mit großem Aufwand aus dem Kompost entfernt werden.

Rewe hatte bereits am Donnerstag den Verkauf der umstrittenen Plastiktüten gestoppt. Das Unternehmen kündigte an, es werde die Kompostierbarkeit der Tragetaschen nochmals eingehend untersuchen. Außerdem erwäge der Konzern, den Aufdruck der Tüten so zu verändern, dass es zu keinen Missverständnissen beim Verbraucher kommen könne. Zur Frage, ob eine Unterlassungserklärung abgegeben werde, äußerte sich das Unternehmen am Donnerstag nicht.

Auch Aldi Süd schwieg zu diesem Punkt und verwies lediglich auf eine frühere Erklärung, dass der Umweltschutz in der Unternehmenspolitik des Discounters eine bedeutende Rolle. Aldi Süd biete deshalb schon seit mehreren Jahren kompostierbare Tragetaschen an, die nicht zuletzt wegen der Einsparung von Mineralöl Vorteile gegenüber konventionellen Plastiktüten böten.

dapd

Rubriklistenbild: © dapd (Symbolbild)

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