+
Chinas Präsident Xi Jinping (M) beim Parteikongress der Kommunistischen Partei in Peking. In der Volksrepublik gibt es Bemühungen, eine Mitsprache von Parteivertretern in der Führung ausländisch investierter Unternehmen einzufordern. Foto: Andy Wong/Symbol

Praxis in China

Deutsche Unternehmen warnen vor Einfluss von Parteizellen

Peking (dpa) - Deutsche Unternehmen haben sich besorgt über den wachsenden chinesischen Druck gezeigt, Parteizellen größeren Einfluss in ihren Betrieben in China einzuräumen.

Die Delegationen der deutschen Wirtschaft warnten, dass sich deutsche Unternehmen "aus dem chinesischen Markt zurückziehen oder ihre Investitionsentscheidungen überdenken" könnten, wie aus Erklärung auf der Webseite der Auslandshandelskammer (AHK) in China hervorging.

"Nach der bisherigen Gesetzeslage und Geschäftspraxis besteht seitens der Unternehmen keine Pflicht oder juristische Grundlage, eine proaktive Parteiaufbauarbeit durchzuführen." Die deutschen Wirtschaftsvertreter reagierten damit auf chinesische Bemühungen, eine Mitsprache von Vertretern der Kommunistischen Partei in der Führung ausländisch investierter Unternehmen einzufordern.

So war unter anderem bekannt geworden, dass die Partner in einem großen Gemeinschaftsunternehmen aufgefordert worden waren, ihren Joint-Venture-Vertrag nachträglich entsprechend zu ändern. "Die Unternehmen sollten nicht aktiv dazu aufgefordert werden", hieß es in der Stellungnahme. "Freie unternehmerische Entscheidungen sind die Grundlage für Innovation und Wachstum."

In Unternehmen könnten nach geltendem Recht Parteizellen gegründet werden, wenn drei Parteimitglieder sich zusammenschlössen. In der Geschäftspraxis bedeute dies, dass Firmen für deren Aktivitäten etwa Räume bereitstellten oder Parteimitglieder von der Arbeit befreiten. Die Entscheidung zur Mitwirkung beim Aufbau der Parteiarbeit müsse den Unternehmen aber allein überlassen bleiben, hieß es weiter.

Erklärung auf AHK-Webseite

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sky-Bieterschlacht per Auktion
Tauziehen um Sky: Wem gehört künftig der attraktive Bezahlsender? Die Frage dürfte nach langem Gerangel bald geklärt sein.
Sky-Bieterschlacht per Auktion
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
Ein Facebook-User ist wirklich angewidert: Aldi-Mitarbeiter scheuchten eine Obdachlose vom Gelände und werden ausfallend. Jetzt erklärt sich das Unternehmen. 
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China erreicht an diesem Montag eine neue Eskalationsstufe. Dann greifen weitere Strafzölle. Reißt jetzt auch der Gesprächsfaden …
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit
Deutsche Windenergie-Branche fühlt sich ausgebremst
Die Hersteller und Bauer von Windenergie-Anlagen kommen in Hamburg zu ihrem größten Branchentreffen zusammen. Weltweit erlebt die Windenergie einen starken Aufwärtstrend …
Deutsche Windenergie-Branche fühlt sich ausgebremst

Kommentare