Deutsche Verbraucher sind zuversichtlicher

Angesichts einer merklichen Stimmungsaufhellung der deutschen Verbraucher dürfte sich der private Konsum nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens GfK zusehends beleben.

"Das im April deutlich aufgehellte Konsumklima ist eine gute Nachricht und lässt auf einen anziehenden Konsum im weiteren Jahresverlauf hoffen", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst am Montag. Vor allem die "ordentlichen Lohnabschlüsse" in den vergangenen Wochen hätten die Einkommensperspektiven der deutschen Verbraucher merklich verbessert, was sich positiv im privaten Verbrauch niederschlagen sollte.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich trotz einer hohen Teuerung und anhaltender Finanzmarktturbulenzen deutlich verbessert. Das GfK-Konsumklima prognostiziert für Mai 5,9 Punkte nach revidiert 4,8 (zunächst 4,6) Punkten im Vormonat, wie die GfK am Montag in Nürnberg mitteilte. Von Thomson Financial News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt 4,6 Punkte erwartet. Damit hat das Konsumklima zum ersten Mal seit Juli 2007 wieder kräftig zugelegt.

"Infolge der jüngsten Tarifabschlüsse sowie sinkender Lohnnebenkosten wird ein Bundesbürger im laufenden Jahr durchschnittlich rund 700 Euro mehr in der Tasche haben als noch im Vorjahr", sagte Wübbenhorst. Dies sollte die Neigung zu Neuanschaffungen stärken und mithin den Konsum beflügeln. "Nach wie vor gehen wir von einem Konsumzuwachs in Höhe von einem Prozent im laufenden Jahr aus." Entscheidend für den Konsumzuwachs werde vor allem die weitere Entwicklung der zuletzt stark gestiegenen Lebensmittel- und Ölpreise sein.

Zu der jüngsten Stimmungsaufhellung hat laut GfK neben den Tarifabschlüssen auch der anhaltende Aufschwung am Arbeitsmarkt beigetragen. Der von vielen Experten für das laufende Jahr prognostizierte Konsumaufschwung dürfte daher mit leichter Verspätung einsetzen. Gleichwohl betont die GfK, dass für eine anhaltende Erholung des Konsumklimas ein nachlassender Inflationsdruck von Nöten sei.

Im April haben sich alle drei Teilindikatoren des Konsumklimas verbessert. So legten die Konjunkturerwartungen deutscher Verbraucher um 8,3 Zähler auf 23,3 Punkte zu. Die inländische Konjunktur zeige sich trotz dämpfender Effekte der US-Hypothekenkrise bislang robust, hieß es. Eine deutliche Verbesserung von plus 9 Punkten auf 10,5 Zähler verbuchten auch die Einkommenserwartungen. Bessere Einkommensaussichten haben laut GfK zudem zu einer erneut gestiegenen Anschaffungsneigung geführt. Die Konsumneigung legte im April um 5,5 Punkte auf minus 4,7 Zähler zu.

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