Deutsche Wirtschaft in Hochstimmung

IFO und OECD: - München - Der Ifo-Geschäftsklimaindex als wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer sagt der inländischen Wirtschaft weiter sonnige Aussichten voraus. Der Index verfehlte im Mai zwar knapp die erwartete Rekordmarke, blieb aber auf einem sehr hohen Niveau, wie das Münchner Wirtschaftsinstitut mitteilte.

"Man kann weiterhin berechtigterweise von einem Boom sprechen", sagte Ifo-Volkswirt Hans Russ. "Die Daten sprechen dafür, dass sich die Konjunktur weiter nach oben entwickeln wird." Davon werde auch der Arbeitsmarkt profitieren.

Im Mai legte der Ifo-Index jedoch eine Verschnaufpause ein und verharrte wie im Vormonat konstant bei 108,6 Punkte. Wirtschaftsexperten hatten einen leichten Anstieg um 0,2 Punkte vorhergesagt, womit das Konjunkturbarometer sein 15-Jahres-Hoch von 108,7 Punkten vom vergangenen Dezember übertroffen hätte. Allerdings stuften die 7000 von dem Institut befragten Unternehmen aus Industrie, Handel und Baugewerbe ihre aktuelle Geschäftslage nicht mehr ganz so gut ein, wie noch im April: Der entsprechende Teilindex sank von 113,1 auf 112,5 Punkte.

"Auch wenn sich die Lage nach den starken Verbesserungen der Vormonate nun etwas abgeschwächt hat, ist das weiterhin ein sehr, sehr hohes Niveau", betonte Russ. Er erwarte jedoch, dass auch in den kommenden Monaten die Konjunktur nochmals zulegen werde. Denn die befragten Unternehmen blicken weiter optimistisch in die Zukunft: So verbesserte sich der Teilindex der Geschäftserwartungen für die kommenden Monate von 104,3 auf 104,8 Punkte.

Vor allem von der Inlandsnachfrage erwarten die Ifo-Experten spürbare Impulse für das kommende halbe Jahr. Die Unternehmen planten weiterhin, neue Arbeitsplätze zu schaffen: "Laut unserer Umfrage zeigen die Beschäftigungspläne in den Betrieben nach oben", erklärte Russ. "Und auch die jüngsten Tarifabschlüsse werden sich in einem wachsenden Konsum niederschlagen."

Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die OECD ist für Deutschland höchst zuversichtlich. Der Höhepunkt des Konjunkturzyklus werde heuer zwar erreicht, aber auch 2008 sehen die Experten ein Wachstum von 2,2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit sinke, die Reallöhne stiegen - und das alles ohne galoppierende Preise, so das OECD-Fazit.

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