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Die deutsche Wirtschaft präsentiert sich auch in Krisenzeiten robust.

Deutsche Wirtschaft ist optimistisch für 2012

Berlin - Euro-Schuldenkrise, schwächelnde Weltwirtschaft, Rezessionssorgen - doch die deutsche Wirtschaft lässt sich ihre Zuversicht nicht nehmen. Schlüsselbranchen planen für 2012 sogar mit mehr Jobs.

Trübe Aussichten, gute Stimmung: Die deutsche Wirtschaft braucht sich vor einem erneuten Krisenjahr nicht zu fürchten - so die Botschaft führender Politiker und Ökonomen zum Jahresausklang. Auch die am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) unter 46 Verbänden passt in dieses Bild: Ungeachtet der Euro-Schuldenkrise und der weltweit abflauenden Konjunktur erwarten die meisten Branchen im nächsten Jahr bessere Ergebnisse als 2011. Unter anderem rechnen Maschinenbauer und Einzelhändler sogar mit mehr Jobs.

Die Sorgen über einen Konjunktureinbruch jedoch bleiben: Nach Ansicht von Jan Hatzius, Chefvolkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs, führt die Schuldenkrise Europa geradewegs in den Wirtschaftsabschwung: „Unsere Erwartung ist eine Rezession in Europa, insbesondere im Euroraum“, sagte Hatzius der Nachrichtenagentur dpa in New York. „In Deutschland dürfte die Rezession weniger deutlich ausfallen, in Spanien und Italien dagegen tiefer.“ In Europa fehle die „radikale Neuorientierung der Politik“, insbesondere der Geldpolitik, meint Hatzius: Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse - nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed - stärker eingreifen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) äußerte sich indes optimistisch. „Unsere Wirtschaft zeigt sich ausgesprochen robust, auch wenn das wirtschaftliche Umfeld sowohl auf internationaler als auch auf europäischer Ebene schwieriger geworden ist“, sagte Rösler dem „Handelsblatt“ (Dienstag).

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Der IW-Umfrage zufolge gehen 26 von 46 Wirtschaftsverbänden für 2012 von etwas höheren Umsätzen beziehungsweise mehr Produktion aus, 11 befürchten einen Rückgang. Ein gleichbleibendes Ergebnis erwarten 9 Branchen. Zugleich gaben 23 der 46 Verbände an, die Stimmung in ihren Mitgliedsunternehmen sei derzeit schlechter als vor einem Jahr.

IW-Direktor Michael Hüther machte dafür das Abflauen der Weltkonjunktur und die Ungewissheit über die Folgen der Schuldenkrise verantwortlich. Besonders verhalten gehen erwartungsgemäß Banken und Sparkassen ins neue Jahr, jene Branche, in der die Euro-Schuldenkrise besonders zuschlägt. Das Handwerk hingegen sieht das IW in robuster Verfassung, bestenfalls seien dort zwei Prozent Umsatzplus möglich.

Der Chef des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, sagte dem „Handelsblatt“, die deutsche Wirtschaft werde 2012 zwar insgesamt wohl nur um 0,5 Prozent wachsen - nach für 2011 erwarteten 3,0 Prozent. „Aber eine Rezession befürchte ich nicht - erst recht nicht eine so starke wie 2009, als das Bruttoinlandsprodukt um rund fünf Prozent absackte.“ Die Zahl der Beschäftigten sei so hoch wie nie, die Kapazitäten der Industrie seien besser ausgelastet als im langjährigen Durchschnitt, die Unternehmen seien gesund und zuversichtlich. Franz: „Deutschland geht es gut, noch jedenfalls.“

Aktuell sagt die schwarz-gelbe Bundesregierung für 2012 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent voraus. Rösler wird die neue Prognose im Januar zusammen mit dem dann anstehenden Jahreswirtschaftsbericht vorstellen. Spekulationen, sie werde gesenkt, hatte das Bundeswirtschaftsministerium am Wochenende zurückgewiesen. Die Prognose werde erst noch erarbeitet.

dpa

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