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Der florierende Welthandel trägt stark dazu bei, dass die Deutsche Wirtschaft wieder mit positiven Zahlen aufwarten kann.

Deutsche Wirtschaft in "Party-Laune"

München - Die deutsche Wirtschaft überrascht selbst Experten. Die Stimmung steigt, ifo-Präsident Sinn sieht die Unternehmen bereits wieder in “Party-Laune“. Doch es gibt auch Mahner vor all zuviel Euphorie.

Die deutsche Wirtschaft scheint die schwerste Krise in der Geschichte der Bundesrepublik endgültig abgehakt zu haben. Die Stimmung der Unternehmen stieg im Juli so kräftig wie seit der Wiedervereinigung vor 20 Jahren nicht mehr und widerlegte wie bereits im Juni etliche Volkswirte, die zuvor mit einer zumindest leichten Eintrübung des wichtigen ifo-Geschäftsklimaindex' gerechnet hatten. “Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München.

Das wichtige Konjunkturbarometer stieg im Juli von 101,8 auf 106,2 Punkte. “Die Unternehmen berichten von einer erheblich besseren Geschäftslage als im vergangenen Monat“, sagte Sinn. Auch die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten schätzen die Befragten optimistischer ein als im Juni. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe habe sich das Geschäftsklima stark aufgehellt, sagte Sinn. Auch die Lage der Industrieunternehmen habe sich klar verbessert.

Der wiedergekehrte Optimismus wird allerdings nicht von allen Experten geteilt. “Dieser Anstieg des Geschäftsklimas passt kaum in die Landschaft, die von Skepsis über die US-Konjunktur, Sorgen um die Staatsfinanzen im Euroraum und der Diskussion über den Bankenstresstest beherrscht wird“, schreibt etwa die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Erst die kommenden Monate dürften zeigen, ob der deutliche Anstieg ein Ausreißer war oder den Beginn eines Aufschwungs markiert.

“Die Daten zeigen, in welch guter Verfassung Deutschland ist“, schreibt hingegen die DekaBank in einer Reaktion auf die Zahlen aus München, warnt aber ebenfalls vor Euphorie. Allerdings sei die jüngste Entwicklung auch durch Effekte etwa infolge der Fußballweltmeisterschaft etwas überzeichnet. Für einen sich selbst tragenden Aufschwung sei wichtig, dass auch der Konsum anspringe. Aus Sicht der Commerzbank treibt vor allem das starke Wachstum der Weltwirtschaft die Erholung der deutschen Konjunktur.

Die Befragungsteilnehmer im ifo-Index sind auch deshalb wieder optimistischer in Bezug auf ihre Geschäfte in den nächsten sechs Monaten. In der Industrie, aber auch im Großhandel, im Einzelhandel und im Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima aufgehellt.

In der Industrie liege etwa die Kapazitätsauslastung nur noch leicht unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Dies werde sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. “Die Personalplanungen der Unternehmen sind günstiger als bisher und deuten auf einen leichten Beschäftigungsaufbau hin“, sagte Sinn.

Der ifo-Index wird aus einer Befragung von 7000 Unternehmen ermittelt und gilt als wichtigstes Barometer für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Ihre aktuelle Lage beurteilten die Firmen im Juli deutlich besser, der entsprechende Index legte von 101,1 auf 106,8 Punkte zu. Der Index für die Geschäftserwartungen stieg von 102,5 auf 105,5 Punkte.

dpa

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