Deutsche Wirtschaft profitiert von starkem Inland

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Wiesbaden (dpa) - Ein starker Inlandsmarkt hat der deutschen Wirtschaft in diesem Sommer ein kräftiges Plus beschert. Dank Investitionen von Firmen am Standort Deutschland und des anziehenden privaten Konsums beschleunigte sich das Wachstum im dritten Quartal 2007.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent höher als im zweiten Quartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Damit bestätigte das Amt erste Zahlen von Mitte November.

Verbraucher gaben von Juli bis Ende September 0,5 Prozent mehr für ihren Konsum aus als im Vorquartal - vor allem für Freizeit, Kultur und Bekleidung. Größere Anschaffungen wie Autos wurden eher nicht getätigt. Nach Einschätzung von Volkswirten reicht der Anfang vom Ende der Konsumflaute aber nicht aus, "um die in den kommenden Quartalen wohl geringere Dynamik der Auslandsnachfrage auszugleichen", wie es die Commerzbank formuliert. Hohe Preise für Öl und Gas belasteten Privathaushalte und Industrie, der starke Euro verteuere deutsche Waren im außereuropäischen Ausland und könne somit den Aufschwung dämpfen.

Schon im dritten Quartal trug der Außenbeitrag - die Differenz von Exporten und Importen - nicht zum Wachstum bei, weil die Einfuhren stärker zulegten als die Ausfuhren. Die Exporte stiegen um 3,1 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal, die Importe gleichzeitig um 3,9 Prozent.

Auch die Investitionen von Firmen in Maschinen und Gebäude blieben hinter den Erwartungen vieler Experten zurück: Zwar legten die sogenannten Ausrüstungsinvestitionen im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten Quartal 2007 um 0,4 Prozent zu und die Bauinvestitionen um 0,6 Prozent. Bei den Bauinvestitionen war das zweite Vierteljahr jedoch besonders schwach, weil viele Firmen wegen des milden Winters schon von Januar bis Ende März investiert hatten.

Bei den Ausrüstungsinvestitionen hatten Volkswirte mit einem höheren Plus gerechnet, weil zum Jahreswechsel steuerliche Anreize wegfallen. Nach Einschätzung der Commerzbank dämpfen die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) den Investitionswillen vieler Unternehmer: Die EZB hatte seit Ende 2005 die Leitzinsen im Euro-Raum von 2,0 Prozent auf 4,0 Prozent verdoppelt.

Für das Gesamtjahr rechnen die meisten Ökonomen unverändert mit einem BIP-Zuwachs von rund 2,5 Prozent. Das wäre kaum weniger als im Boomjahr 2006 mit einem Plus von 2,9 Prozent. Im dritten Quartal 2007 legte die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum Sommerquartal 2006 kalenderbereinigt um 2,5 Prozent zu. Im ersten Quartal 2007 hatte das Wachstum 0,5 Prozent betragen, im zweiten Quartal 0,3 Prozent.

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